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Finanzprobleme: Elbers: DEG muss sich selbst helfen

Finanzprobleme : Elbers: DEG muss sich selbst helfen

Dem Düsseldorfer Eishockey-Team droht der Abstieg in die Oberliga, weil es bisher nicht genügend Sponsoren für die nächste Saison hat. Hoffnungen, dass die Stadt sich finanziell engagiert, erteilte der Oberbürgermeister nun eine Absage.

Die DEG ist nicht Fortuna — das erfahren die Verantwortlichen und Anhänger des Düsseldorfer Eishockey-Teams in diesen Tagen auf schmerzliche Weise. Während die Landeshauptstadt ihren Fußballklub vor wenigen Jahren über die Stadtsparkasse als Trikotsponsor förderte, schließt sie nun Hilfe für die DEG Metro Stars über städtische Töchter aus.

"Wir als Stadt unternehmen genug, um den großen Sportvereinen zu helfen. Den Rest müssen die Vereine leisten. Das Management muss die Vereine attraktiv machen für Sponsoren", sagte Oberbürgermeister Dirk Elbers auf RP-Anfrage. "Ich hoffe, dass das neue Präsidium es schafft, die DEG in der DEL zu halten. Man muss auch sehen, wie sich die Zuschauerzahlen entwickeln."

Damit droht den Eishockey-Profis weiterhin der Abstieg in die Oberliga. Die Probleme für das Team begannen mit der Ankündigung des Hauptsponsors und Namensgebers Metro, sich am Ende der nun laufenden Saison zurückzuziehen. Bisher suchen die Verantwortlichen vergeblich nach einem Ersatz. Der Düsseldorfer Unternehmer Peter Hoberg hatte in der vergangenen Woche erklärt, die DEG privat mit 700 000 Euro zu unterstützen. Um das aktuelle Niveau zu halten, bräuchte die DEG rund drei Millionen Euro von Sponsoren. Um zumindest in der höchsten deutschen Spielklasse zu bleiben, müssten es zwei- bis zweieinhalb Millionen Euro sein. Unternehmer Hoberg hatte sein Engagement ausdrücklich als Signal verstanden: "Die Düsseldorfer EG ist weiter da, und es lohnt sich, für Eishockey in der Stadt zu kämpfen", sagte er.

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Die Stadt begründet ihre Zurückhaltung mit einem anderen Signal. Der Rückzug der Metro bedeute, dass Eishockey nicht mehr genügend Aufmerksamkeit erhalte. "Natürlich führen auch wir Gespräche und versuchen, Sponsoren zu finden, aber mehr Besucher kriegen wir auch nicht in den Dome. Unternehmen messen, wie oft sie als Sponsoren in der Zeitung auftauchen, wie oft eine Sportart im Fernsehen übertragen wird und von wie vielen Zuschauern sie wahrgenommen werden. Wenn Unternehmen wie die Metro oder Arag sich aus ihrem Sponsoring zurückziehen, dann heißt das, dass die Zuschauerzahlen nicht ausreichen", sagte Elbers. "Und wenn Unternehmen sich zurückziehen, ist das auch ein Signal für die Stadt, zwei Mal hinzugucken, was und in welchem Umfang sie finanziert."

Die Ursache für die nachlassende Aufmerksamkeit sieht der Oberbürgermeister im Spielmodus der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Elbers: "Das Problem der DEG ist ein Problem der Liga. Es gibt in der DEL schlicht zu viele Vorrundenspiele." Aktuell spielt jeder DEL-Verein 52 Vorrunden-Begegnungen, um zu ermitteln, welche acht Mannschaften die Meisterrunde (Play-offs) erreichen. Folglich müssen die Klubs alleine in der Vorrunde 26 Mal Fans für ein Heimspiel begeistern — ein Problem, das die DEL anscheinend nicht erkennt: "In allen Verhandlungen hat sich die Liga beim Spielmodus keinen Millimeter bewegt", sagte Düsseldorfs OB.

Dass ein Abstieg auch Probleme für die Heimspiel-Stätte, den ISS Dome, mit sich bringt, schließt Elbers aus: "Der ISS Dome ist als Veranstaltungshalle und auch für Eishockey gebaut worden. Andererseits wäre es für die Vermarktung leichter, wenn man nicht so viel Rücksicht auf die Spielzeiten des Eishockeys nehmen müsste. Es ist nicht so, dass wir nicht wüssten, was wir mit der Halle machen sollen."

(RP/jco)