Düsseldorf: Eintauchen in die digitale Datenwelt

Düsseldorf: Eintauchen in die digitale Datenwelt

Statistiken und Daten findet man heutzutage überall. Auf dem Open Data Day konnten Besucher in diversen Workshops vieles über die Zukunft der Daten erfahren und sogar eigene Feinstaubmessgeräte bauen.

Geografie, Wahlen, Medizin - es gibt kaum einen Lebensbereich, der nicht vermessen und erfasst wird. Open Data spielt in einer digitalen Welt eine immer größer werdende Rolle. Aus diesem Anlass fand am Samstag im Haus der Universität am Schadowplatz der Open Data Day statt. Dabei konnten Besucher Vorträgen zuhören, über die Vorteile des Hackens sinnieren und eigene Feinstaubmessgeräte basteln.

Doch was bedeutet Open Data überhaupt? "Unter Open Data versteht man alle frei verfügbaren, meist digitalen Daten des öffentlichen Sektors", erklärt Tobias Siebenlist von der Abteilung der Informationswissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität. "Der Tag richtet sich an alle Bürger, die etwas über die Transparenz, den Nutzen und auch der Mitwirkung an Daten erfahren wollen", sagt der Wissenschaftler.

Von der zukunftstragenden Rolle von Open Data ist auch Oberbürgermeister Thomas Geisel überzeugt. "Offene Daten sorgen durch die Aufhebung von Herrschaftswissen für mehr Teilhabe und Transparenz", so das Stadtoberhaupt. "Wir haben sehr viele Daten, die leider noch nicht in der Form sind, dass wir sie ins Netz stellen können", verwies der zuständige Ordnungsdezernent Christian Zaum aber auch auf Probleme.

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Angesichts seiner Aktualität war der Workshop zum Basteln eigener Feinstaubmesssensoren besonders gut besucht. Dabei haben die Teilnehmer aus Teilen einer Klimaanlage und einem kleinen Einplatinenrechner einen Sensor gebastelt, der zuhause nur noch im W-Lan angemeldet werden muss und dann Daten zur Luftverschmutzung an eine Website sendet. "Die Idee hinter dem Workshop ist, im Bereich von Open Data selbst aktiv zu werden", erklärt Siebenlist. Am Ende seien die gebastelten Sensoren jedoch nicht direkt vergleichbar mit geeichten Messgeräten wie sie die Stadt zur Datenerhebung verwendet.

Besucher Thomas Fischer ist trotz der Einschränkung von dem gebastelten Sensor begeistert. "Angesichts der Fahrverbote kann es sicher nicht schaden, Daten auch selbst erheben zu können." In seiner Freizeit beschäftigt sich Fischer häufig mit der Datennutzung. "Zuletzt habe ich eine im Auto eingebaute Anzeige gebastelt, die aus Datensätzen die günstigste Tankstelle herausfiltert", sagt er.

Auch für jüngere Besucher gab es ein Angebot: In dem Workshop "Calliope mini" konnten Schüler lernen, wie man einen Kleinstrechner zur Datenerfassung programmiert. Über die Nützlichkeit des Hackens wurde dagegen in der Gesprächsrunde "Open Hackspace" debattiert. Siebenlist: "Hacken muss gar nicht immer negativ sein. Dadurch können auch neue Daten erstellt und veröffentlicht werden, die für die gesamte Gesellschaft einen Mehrwert haben."

(RP)
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