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Gegen Geldauflage: Einstellung des Mannesmann-Prozesses möglich

Gegen Geldauflage : Einstellung des Mannesmann-Prozesses möglich

München/Düsseldorf (dto). Beim Mannesmann-Prozess will die Verteidigung von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann "nochmals darlegen, dass und weshalb sich Herr Ackermann nichts vorzuwerfen hat". Die Anwälte von Ackermann halten die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldzahlung für möglich. "Mit einer solchen Einstellung gegen Geldauflage wäre kein Schuldvorwurf verbunden", erläuterte Ackermann-Verteidiger Klaus Volk in einem Nachrichtenmagazin. Auch die Staatsanwaltschaft habe "erklärt, dass sie 'ergebnisoffen' in die Verhandlung geht".

Der Mannesmann-Prozess geht am 26. Oktober vor dem Landgericht Düsseldorf in die dritte Runde. Das Landgericht hatte die Angeklagten im ersten Verfahren im Sommer 2004 vom Vorwurf der Untreue beziehungsweise der Beihilfe dazu freigesprochen, doch wurden die Freisprüche später vom Bundesgerichtshof gekippt. Dieser wertete die nach der Mannesmann-Übernahme durch Vodafone geflossenen Prämien in Höhe von 57 Millionen Euro als "treupflichtwidrige Verschwendung anvertrauten Firmenvermögens".

Volk wies darauf hin, dass die strittigen Prämienzahlungen an Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und andere Begünstigte durchaus im Interesse des Unternehmen gelegen haben könnten. "Bei der Frage nach dem Nutzen darf man nicht mit verengtem Horizont auf die Mannesmann AG schauen und ausblenden, dass dieses Unternehmen in den Vodafone-Konzern integriert wurde", sagte er. Zum Zeitpunkt der Zahlung der Prämien sei es bereits zu fast 100 Prozent eingegliedert gewesen.

Eine andere Ansicht vertritt hingegen der Hamburger Strafrechtler Thomas Rönnau. Der Bundesgerichtshof habe "der Staatsanwaltschaft Rückenwind gegeben", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". Ein neuerlicher Freispruch "ist nun weniger wahrscheinlich als im ersten Prozess".

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Zu den Beschuldigten im Mannesmann-Prozess gehören neben Ackermann und Esser der ehemalige IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel, Ex-Aufsichtsratschef Joachim Funk, der ehemalige Betriebsratschef Jürgen Ladberg und der frühere Esser-Mitarbeiter Dietmar Droste.

(afp)