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Test von elf Rewe-Märkten: Einkaufen bis Mitternacht

Test von elf Rewe-Märkten : Einkaufen bis Mitternacht

Drei Monate lang werden elf Rewe-Märkte zwei Stunden länger öffnen. Andere Supermarkt-Ketten in Düsseldorf halten die Öffnungszeit bis 22 Uhr für ausreichend. Verdi kritisiert die Belastung für die Mitarbeiter.

Ab Montag können die Kunden in elf Rewe-Supermärkten bis Mitternacht einkaufen. "Wir möchten in einer dreimonatigen Testphase herausfinden, wie die längeren Öffnungszeiten von den Kunden angenommen werden", sagt Rewe-Sprecherin Julia Robertz. Bundesweit nehmen 60 von insgesamt 3300 Filialen am Modellprojekt teil. In Düsseldorf ausgewählt wurden elf Läden, in denen die Öffnungszeit bis 22 Uhr gut angenommen wurde: die Märkte an der Bilker Allee 57, Fürstenwall 146, Kirchfeldstraße 139, Carlsplatz 18, Nordstraße 44, Bruchstraße 89-91, Scheurenstraße 9-11, Benderstraße 70, Heyestraße 128, Tußmannstraße 63 und Am Wehrhahn.

Eins ist für Rewe schon vor Ablauf der Testphase klar: "Die langen Öffnungszeiten werden eher eine Ausnahme bleiben", erklärt Robertz.

Auf scharfe Kritik stößt das Projekt bei der Gewerkschaft Verdi. "Es gibt keinen zwingenden Grund, Beschäftigten Arbeitszeiten zuzumuten, die nachweislich gesundheitsschädlich sind", sagt Verdi-Sprecher Günter Isemeyer. Wer nachts Bier oder Brot kaufen wolle, der könne das auch heute schon, beispielsweise an Kiosken. Außerdem steige der Umsatz durch die Verlängerung nicht, sondern würde nur verlagert.

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Zwei selbständige Rewe-Händler haben bereits Erfahrung damit, bis 24 Uhr zu öffnen. "Das wird so gut angenommen, das können wir nicht mehr rückgängig machen", sagt Sandy Krämer. Die Inhaberin des Markts an der Rethelstraße sieht viele Selbständige und Angestellte aus der Gastronomie und Hotelerie mit späten Arbeitszeiten nach 22 Uhr zum Einkaufen kommen. Auch zahlreiche Jugendliche decken sich mit der ganzen Clique für Partys ein. Um nicht ihre Mitarbeiter zu belasten, habe sie für die späten Stunden fünf Studenten angeheuert. Andreas Fircho, Inhaber des Marktes an der Himmelgeister Straße, hat sogar schon mit dem Gedanken gespielt, rund um die Uhr zu öffnen, die Idee aber verworfen. "Zu vorgerückter Stunde wächst das Sicherheitsrisiko", weiß Fircho — ein benachbarter Supermarkt wurde am späten Mittwochabend überfallen. Fircho hatte mit der längeren Öffnungszeit begonnen, nachdem in direkter Nähe ein Discounter aufgemacht hatte.

Bislang gibt es in Düsseldorf keine Pläne von anderen Supermarkt-Ketten, dem Beispiel von Rewe zu folgen. Die bisherigen Zeiten bis 22 Uhr reichten aus, heißt es in der Real-Pressestelle. "Wir haben schon einmal ins Auge gefasst, vielleicht vor Feiertagen länger zu öffnen", sagt Renate Helmus, Filialleiterin von Edeka Zurheide in Reisholz, dem größten Edeka-Laden in Deutschland.

Ihr Eindruck nach Besuchen bei der Konkurrenz: Der Mehraufwand lohne sich nicht. Vor allem hätten die Mitarbeiter Probleme, um zu später Stunde noch nach Hause zu kommen.

(RP)