Düsseldorf: Eine zweite Chance für das kaputte Rad

Düsseldorf : Eine zweite Chance für das kaputte Rad

Das DRK hat an der Leichlinger Straße eine von Ehrenamtlern betriebene Fahrradwerkstatt eröffnet.

Wer einen platten Reifen, kaputte Bremsen oder zerbrochene Speichen am Fahrrad hat, muss sich nicht direkt ein neues zulegen: Eine neue ehrenamtlich betriebene Fahrradwerkstatt in Wersten macht aus diesen Mängeln einen Anlass zur Geselligkeit. Eine Kooperation zwischen dem Düsseldorfer DRK und der Wohnungsbaugesellschaft Wogedo ermöglichen, dass (fast) alles, was Räder hat, von einem Team aus freiwilligen Helfern wieder instandgesetzt wird.

Das DRK bringt die Erfahrungen, die Wogedo die Räumlichkeiten und die Besucher die nötigen Ersatzteile mit. Michael Vogt ist einer der ehrenamtlichen Schrauber: "Unsere vorherige kleine Werkstatt in der Flüchtlingsunterkunft an der Lacombletstraße ist uns in guter Erinnerung geblieben. Darum freut sich unser sechsköpfiges Team auf die Reparaturen, die jetzt auf uns zukommen." Es gibt viel Platz in der neuen Werkstatt: Der Hauptraum ist groß genug, damit acht Personen gleichzeitig an vier Rädern arbeiten können. "Wir Helfer stehen bereit, falls die Besucher nicht mehr weiterwissen", sagt Tüftler Gerd Gammersbach. Aber er betont: "Wer herkommt, darf erstmal ruhig alleine das Reparieren versuchen - wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe." Eine Werkbank steht bereit, Schraubenkästen hängen an den Wänden, und viele Fahrradhalterungen werden die Reparaturen enorm vereinfachen. Außerdem gibt es eine stattliche Schraubzwinge.

"Die ist immer nützlich, wenn wir einen Rahmen einspannen müssen", erklärt Georg Kels: "In unserer alten Werkstatt waren wir noch nicht mit ihr ausgestattet. Aber wir haben gemerkt, dass Bedarf da ist." Die wuchtige Schraubzwinge hat das Team bei einer Internetauktion erstanden. "Was in der anderen Werkstatt an Hilfsmitteln fehlte, konnten wir ja notfalls von zu Hause mitbringen. Gerade bei doppelten Stücken bot sich das an, und unser Sortiment konnte davon profitieren." Dann gibt es noch eine Küche und eine Sitzecke - man soll es bequem haben. Große Fenster lassen viel Licht in die Werkstatt. "Diese Räume sind ein Glücksgriff", meint Jasmin Schürgers vom DRK. "Egal, ob Fahrrad, Rollator, Kinderwagen oder Bobbycar - hier ist jedes Gefährt gerne gesehen." Die Wogedo stellt dem DRK die Räumlichkeiten mietfrei zur Verfügung. Was als Projekt für geflüchtete Menschen begann, wird jetzt umgeändert, damit es sich in Zukunft an alle im Quartier lebenden Menschen richten kann, sagt Thomas Jeschkowski vom DRK-Vorstand. "Es handelt sich darüber hinaus um ein nachhaltiges Angebot, da alte Fahrräder auseinandergebaut und später als Ersatzteile für andere Fahrräder genutzt werden", sagt Jeschkowski weiter.

Er beschreibt die Werkstatt als einen Ort, an dem sich die Menschen aus verschiedenen Einrichtungen austauschen können und an dem sich Netzwerke bilden werden. "Vorerst wird die Fahrradwerkstatt nur donnerstags zwischen 10 und 13 Uhr geöffnet sein", erzählt Katharina Lang, Abteilungsleiterin beim DRK. "Doch es ist geplant, das Angebot bald auszuweiten." Das kommt aber natürlich auch auf die Nachfrage an.

(RP)
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