Düsseldorf: Eine Vision für Kaufhof und Karstadt

Düsseldorf : Eine Vision für Kaufhof und Karstadt

Der Verkauf der Karstadt-Immobilie an der Schadowstraße beflügelt die Fantasie der Fachleute. Ihre Idee: eine ganz große Lösung. Sie meinen die bauliche Verbindung von Kaufhof und Karstadt zu einer Shopping-Mall.

Zwei Experten, ein Gedanke: Sowohl Lutz Aengevelt (Aengevelt-Immobilien) als auch Marcel Abel (Jones Long Lasalle) sehen im Verkauf der Karstadt-Immobilie am östlichen Ende der Schadowstraße eine große Chance für den dortigen Standort. Die übereinstimmende (und nach ihren Aussagen nicht abgesprochene!) Idee der Fachleute für Büro- und Einzelhandel-Immobilien: Sollte es möglich und im Interesse der Eigentümer sein, könnte man doch über eine neue Shopping-Mall nachdenken, in die die heute dort stehenden Kaufhäuser Karstadt und Kaufhof einfließen. Und zwar unabhängig davon, in welcher Form die Betreiber (Metro für Kaufhof, Karstadt) sie künftig am Markt positionieren wollen.

Diese beiden Häuser stehen sich dort gegenüber, getrennt werden sie durch die Tonhallenstraße. Karstadt hat als Adresse noch Schadowstraße, die unmittelbar nebenan liegende Galeria Kaufhof firmiert schon unter Am Wehrhahn.

Kuriosum: Das Karstadt-Sporthaus liegt an der Immobilie Kaufhof, vom Mutterhaus also durch die Straße getrennt. Das haben die Kaufleute aber durch einen Trick überwunden: Im Karstadt-Untergeschoss, unmittelbar neben der dortigen Lebensmittelabteilung, gibt es einen Tunnel, durch den man sofort zum Angebot des Sporthauses kommt. Der wird offenbar auch gern genutzt.

Sollte es tatsächlich zu einem solchen gemeinsamen Konzept kommen, gäbe es mehrere Möglichkeiten, die Objekte zu verbinden. Die eine ist eine Art Unterführung oder Tiefgeschoss, wie die Düsseldorfer es vom Heinrich-Heine-Bahnhof am Rand der Altstadt kennen. Dort unten gibt es mehrere Geschäfte, man kann die U-Bahnen (in einem noch tiefer liegenden Geschoss) erreichen, man kann aber auch trockenen Fußes vom Souterrain des Kaufhofs in das des Carschhauses flanieren. Wer jemals dort war, wird bestätigen: Da ist immer einiges los.

Die überirdische Alternative: eine Art Brücke, die in entsprechender Höhe die beiden Komplexe verbindet. Sie innen zu gestalten, als Geschäft oder Gastronomie mit Blick auf die unten liegende Straße, dürfte kein Problem sein.

Aber Brücken, meint Abel von Jones Lang Lasalle, werden oft unbewusst abgelehnt, daher nicht genutzt. Er geht daher noch einen Schritt weiter in seiner Vision: Warum nicht den Verkehr der Tonhallen-Straße unter die Erde legen und den dadurch gewonnen Raum oben überdachen und für Gastronomie nutzen? So entstünde zwischen Karstadt und Kaufhof (oder wie immer diese beiden Häuser irgendwann mal heißen) eine attraktive Flanierfläche.

Einig sind sich die Experten zudem darin, dass der Standort als eine Art Gegengewicht zu Kö-Bogen, Kö-Galerie und Schadow Arkaden eine weitere Mall durchaus vertragen könnte, die gesamte nnenstadt würde davon profitieren, meint man.

Ausgelöst wurde die Diskussion um die Gestaltung durch den Kauf der Karstadt-Immobilie durch den Kö-Bogen Investor Kurt Zech mit seiner Zech-Gruppe.

(RP)