1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

"Race of Champions": Eine Strecke für Vettel und Schumi

"Race of Champions" : Eine Strecke für Vettel und Schumi

Fünf Tage vor dem Race of Champions gleicht der Innenraum der Esprit-Arena einer großen Baustelle. Für das Renn-Event mit den Formel-1-Weltmeistern Sebastian Vettel und Michael Schumacher wird eine Rennstrecke asphaltiert. 120 Lkw-Ladungen werden dafür benötigt.

Wer in diesen Tagen den Innenraum der Esprit-Arena betritt, fühlt sich an die Düsseldorfer Innenstadt erinnert: Es riecht nach Asphalt, Bagger und Planiermaschinen fahren herum und ständig karren Lkw neue Ladungen Straßenbelag heran. Seit vergangenem Mittwoch arbeiten 90 Bauarbeiter an der Rennstrecke für das Race of Champions, bei dem am Samstag und Sonntag neue und erfahrene Motorsportstars wie Sebastian Vettel oder Alain Prost gegeneinander antreten werden. Etwa zwei Drittel des Runds sind bereits asphaltiert — am Donnerstag muss alles fertig sein.

"Wir liegen gut im Zeitplan", sagt Lars Smit, der für die Firma EPS die Bauarbeiten leitet. Von 8 bis 22 Uhr baut sein Team — überwiegend Straßenbauer — an der Strecke. Das Grün des Stadionrasens lugt längst nur noch an wenigen Stellen hervor, fast vollständig ist es mit Schichten aus Metallplatten, Schotter und Asphalt bedeckt. 120 Lkw-Ladungen werden dafür insgesamt verbaut.

Belag wie auf der Autobahn

"Wir verwenden eine Asphaltmischung, die auch auf Autobahnen eingesetzt wird. Mit sieben Zentimetern ist sie aber erheblich dünner", so Smits. Erheblicher Aufwand wurde auch für die Brücke betrieben, die im Zentrum des 600 Meter langen Rundkurses steht. Sie wurde mit sieben Tiefladern von England, wo 2008 das letzte Race of Champions in Europa stattfand, durch den Eurotunnel in die Landeshauptstadt transportiert.

Am Wochenende soll dann alles so aussehen, als seien in der Arena schon immer Autorennen ausgetragen worden. Rund 70 000 Besucher werden für die beiden Läufe am Samstag und am Sonntag erwartet. Damit die Gäste nur auf dem Hin- und Rückweg mit dem kalten Novemberwetter in Kontakt kommen, wurde das Hallendach bereits geschlossen. 20 Grad sollen dann auf den Rängen herrschen. Auch die Stehplätze wurden erstmals nach der Einführung wieder in Sitzplätze umgewandelt. Von den Abgasen der PS-starken Boliden werden die Besucher so gut wie nichts merken. "Wir führen ständig Messungen durch", sagt Arena-Sprecher Rainer Schüler. Sollten unerwartet dennoch zu viele Abgase in der Luft sein, springt die leistungsstarke Lüftung an. Aus Sicherheitsgründen werden auch die ersten fünf Sitzreihen nicht besetzt sein. Bei dem Autorennen profitieren die Arena-Betreiber von den Erfahrungen aus dem "TV Total"-Stock Car Challenge, das bereits in dem Stadion gastierte.

Am Wochenende werden Vettel, Schumi und Co. mit zahlreichen Rennautos unterwegs sein. Eine Boxengasse wie in der Formel 1 wird es in der Arena jedoch nicht geben. Als Wechselbereich dienen Parkplätze in den Katakomben der Halle. Damit auch Interessierte ohne Karte die Rennen verfolgen können, bezieht der Bezahlsender Sky Studios im Logenbereich und im Hotel. Das ZDF berichtet zudem am Samstagabend mit dem "Aktuellen Sportstudio" von einer Bühne auf den Rängen der Arena.

Wenn am Sonntag nach 16 Uhr die Zuschauer nach den Rennen die Arena verlassen, beginnt für Lars Smit erneut die Arbeit. In zweimal 24 Stunden reißen er und seine Kollegen den aufwändig hergerichteten Kurs wieder ab, später wird dann neuer Rasen verlegt. "Es wird alles wiederverwertet", erklärt Smits. Die Materialien werden zerkleinert und sollen auf einer Großbaustelle in der Region verarbeitet werden — vielleicht ja in der Düsseldorfer Innenstadt.

(RP)