Eine Seilbahn für den Frankenplatz in Düsseldorf-Derendorf

Plätze in Düsseldorf : Neue Attraktion für den Frankenplatz

Mit einer Seilbahn für Kinder steigert der Platz, der für das Viertel eine wichtige Funktion hat, seine Anziehungskraft.

Wünsche gehen nicht immer in Erfüllung, manchmal muss man aber nur hartnäckig genug sein. Wie die Kinder der Thomas-Grundschule, die sich für den Frankenplatz, auf dem sie nicht nur einen Großteil ihrer Freizeit verbringen, sondern der sogar in den Schulalltag integriert ist, ein Spielgerät für ältere Kinder gewünscht hatten. „Das hatte der Schülerrat vor zwei Jahren in meiner Kindersprechstunde vorgetragen, jetzt konnten wir dem endlich nachkommen. Vorher seien die Spielgeräte nur für Babys geeignet gewesen“, übertreibt Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner.

Gestern konnte die neue Seilbahn auf dem Frankenplatz offiziell eingeweiht werden. Zwischen zwei Stahlkonstruktionen – die eine erhöht mit einer Startrampe aus Holz – hängt an einem Tragseil ein Pendelsitz, auf dem sich die Kinder schnell abwärts bewegen können. „Das ist cool“, lautete gestern das erste Urteil – auch wenn die Thomas-Schüler einräumten, zuvor bereits mehrfach zur Probe gefahren zu sein.

Immerhin 20.000 Euro hat die Bezirksvertretung 1 für das Spielgerät zur Verfügung gestellt. Der Aufbau entpuppte sich dabei als äußerst knifflig. „Gleich zweimal musste der Kampfmittelräumdienst umfangreiche Bodenproben entnehmen, um die Existenz von Fliegerbomben ausschließen zu können. Da die Stangen weit im Erdreich verankert wurden, hatte sich der Aufbau verzögert“, erklärt Spillner. Der Frankenplatz zwischen Ross- und Tannenstraße hat eine enorm wichtige Funktion für das Viertel. „Viele der Häuser hier haben keinen Balkon, da ist dieser Platz für die Nachbarn wie ein kleines Naherholungsgebiet“, weiß Spillner. Großzügig angelegte Liegewiesen laden im Sommer zum Picknick und Sonnenbaden ein, die Spielgeräte stehen weit verstreut über den Platz, sodass sich niemand ins Gehege kommt. Neben den Kindern der Thomas-Schule nutzen auch die der Rolandschule den Platz rege. Ausreichend Sitzplätze laden zum Verweilen ein. Es gibt viele Feste auf dem Frankenplatz, vom Weinfest bis zum Weihnachtsmarkt, sodass der Platz die Nachbarschaft zusammenführt.

Die Aufstellung der Seilbahn zeigt auch, dass die Entscheidungen, die in einem Schülerparlament getroffen werden, durchaus auf offene Ohren stoßen. An der Thomas-Schule schicken alle Klassen ihre zwei Klassensprecher in das Parlament, das mit 16 Kindern ein Mal im Monat tagt. „Dieser Input ist uns wichtig, und wir hören auch auf die Ratschläge und versuchen sie umzusetzen, wenn sie uns sinnvoll erscheinen“, sagt Schulleiter Stefan Höchst. Die Grundschule werde gerade dreizügig ausgebaut, „da fallen einige Veränderungen an, und da sollen die Kinder auch mitreden dürfen“, so Höchst. Aktuell sei die Rede von einem neuen Klettergerüst auf dem Schulhof, überhaupt solle dem Faktor Bewegung mehr Wert beigemessen werden. In der Vergangenheit habe das Schülervotum zum Beispiel dazu geführt, dass die Schule bunter wurde, jede Klasse jetzt ihre eigene Farbe trägt. „Das ist vor allem für Erstklässler hilfreich, wenn sie nicht mehr nach Raumnummern suchen müssen, sondern sich nach Farben orientieren können“, erklärt der Schulleiter.