Düsseldorf: Eine Netzwerkerin für die Senioren

Düsseldorf : Eine Netzwerkerin für die Senioren

Als Mitglied des Seniorenbeirats kümmert sich Helga Hümmerich-Terhorst um die Anliegen älterer Bürger im Stadtbezirk 3. Sie ist das politische Sprachrohr von rund 21 600 Bürgern, gibt aber auch gerne Tipps für die Freizeit.

Helga Hümmerich-Terhorst ist eine gute Zuhörerin - und das verwundert auch nicht, schließlich gehörte es mehr als 30 Jahre lang zu ihrem Job als Hausärztin, sich geduldig die Probleme und Sorgen ihrer Patienten anzuhören. Seit dem Frühling gibt Hümmerich-Terhorst wieder Sprechstunden - allerdings ehrenamtlich und hauptsächlich für Senioren, denn sie ist Mitglied des Seniorenbeirats.

Mit ihrem Kollegen Wolfgang Breimeyer hört sie sich in den Sprechstunden des Seniorenbeirats regelmäßig die Anregungen, Wünsche und Beschwerden der Senioren an. So wie gestern, als eine Seniorin sich an Hümmerich-Terhorst wandte, weil sie sozialen Anschluss in ihrem Stadtteil suchte. Eine andere beklagte sich, dass die Bordsteinkanten an einer Ecke der Hüttenstraße so hoch sind, dass sie weder mit Rollator noch mit Kinderwagen zu bewältigen seien.

"Ich sehe mich vor allem als Vermittlerin für die Senioren", sagt Helga Hümmerich-Terhorst. Seit sie in den Seniorenbeirat gewählt wurde, hat sie sich in die politischen und verwaltungsrechtlichen Strukturen eingearbeitet und auch in die Angebote und Anlaufstellen für ältere Menschen in Düsseldorf. In einer dicken Mappe auf ihrem Tisch hat sie während der Sprechstunden verschiedene Broschüren und Flyer griffbereit. Wenn jemand nicht weiß, wo und wie er einen Schwerbehindertenausweis beantragen kann, gibt sie Auskunft. Auch bei Freizeit-Tipps hilft sie gerne weiter. Doch vor allem will sie natürlich dabei unterstützen, dass die Bedürfnisse der Senioren in die politischen Gremien der Stadt eingebracht und dort berücksichtigt werden.

Wenn Senioren Sitzbänke an bestimmten Orten vermissen oder Angst an Straßen haben, die abends nicht gut beleuchtet sind, kann sie die Anliegen zum Beispiel in der Bezirksvertretung 3 zur Rede bringen. Auch in anderen politischen Gremien der Stadt kann sie beratend eingreifen in wichtige Themen wie Verkehr oder Wohnen. Das dafür wichtige Netzwerk hat sie sich in den vergangenen Monaten aufgebaut.

Im Stadtbezirk 3 ist der Anteil der Generation 60 plus besonders hoch: Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei knapp 15 Prozent, nur im Stadtbezirk 9 (Wersten, Holthausen, Reisholz, Benrath, Urdenbach, Hassels, Itter und Himmelgeist) gibt es mehr Menschen in der Altersgruppe. Dass viele Senioren Hilfe, Beratung oder gesellschaftlichen Anschluss suchen, weiß Hümmerich-Terhorst nicht nur aus eigenen Gesprächen mit den Betroffenen. "Die Zentren plus, vier davon gibt es auch in Bilk, Unter- und Oberbilk sowie in Friedrichstadt, verzeichneten im vergangenen Jahr insgesamt 630 000 Kontakte", sagt Hümmerich-Terhorst. Deswegen ist es ihr wichtig, auch in den Zentren Plus auf die Arbeit des Seniorenbeirats aufmerksam zu machen. In einigen hat sich das Mitglied des Seniorenbeirats bereits vorgestellt.

In den nächsten fünf Jahren will Helga Hümmerich-Terhorst mit ihrem Kollegen wichtige Initiativen und Projekte auf den Weg bringen - so wie ihre Vorgänger: "Ein wichtiges Projekt des Seniorenbeirats war das Schaffen der Mehrgenerationenfläche im Ulenbergpark." Dort waren Sportgeräte für ältere Menschen eingerichtet worden, wo sie zum Beispiel Dehn- und Streckübungen machen können.

(RP)