Party in Düsseldorf Eine Hommage an das Château Rikx

Düsseldorf · Hunderte Partygänger feierten am Samstagabend im Club von Alma-Sports ein Revival der berühmten Feier-Location. Im März 2020 war das Château Rikx geschlossen worden.

Düsseldorfs wohl bekanntester DJ, Theo Fitsos, legte zur Reunion-Party der 2020 dicht gemachten Feier-Location Château Rikx bei Alma Sports in Heerdt auf.

Düsseldorfs wohl bekanntester DJ, Theo Fitsos, legte zur Reunion-Party der 2020 dicht gemachten Feier-Location Château Rikx bei Alma Sports in Heerdt auf.

Foto: Döring, Olaf (od)

Was viele Partygänger gehofft hatten, scheint doch endlich wahr zu werden, denn das Château Rikx und dessen besonderes Party-Konzept erlebte jetzt im Alma- Sports-Club ein ausgelassen gefeiertes Revival. Der 13. März 2020 war für die Fans der Oberkasseler Party-Institution, die direkt neben dem Alten Bahnhof am Belsenplatz lag, ein maßlos trauriger Tag.

Zunächst war es die Corona-Pandemie, die die Schließung der weit über Oberkassel hinaus beliebten Feier-Location auf dem Areal eines ehemaligen Reifenhandels erzwang. Dann waren es die Baupläne des Immobilieninvestors Ralf Schmitz, die das „Feier-Schloss“ – eine einzigartige Bohème-Mischung aus Biergarten, Sports-Bar zum Fußball-Rudelgucken, Bar und Club – dem Erdboden gleich- und die Château-Rikx-Familie gleichsam obdachlos machten.

Doch das Party-Konzept, das bewusst ein breites Altersspektrum ansprach, lebt weiter. So signalisieren am Samstag beim Alma-Sports.Club an der Willstätter Straße die Schriftzüge „Château“ in leuchtendem Rot und „Rikx“ in Blau der Fangemeinde den Weg zu ihrem neuen Party-Tempel. Bereits vor dem offiziellen Start um 21 Uhr, für nacht-schwärmerisches Party-People unfassbar früh, hat sich bereits eine lange Schlange erwartungsfroher Menschen gebildet. Gut eine Stunde später heißt die Order für die Einlasskontrolle allerdings schon „Wir machen zu!“ – trotz der noch gut 100 Meter langen Schlange vor der Tür.

Am Pult agiert mit DJ Theo Fitsos ein wohlbekannter Entertainer, der nicht nur ein Gespür für den gemeinsamen musikalischen Nenner unterschiedlicher Generationen hat, sondern auch mit Ansprachen an die Feiernden die Stimmung anheizen kann. Zum Anwärmen setzt er auf Pop-Klassiker der 80er und 90er Jahre, dazu etwas Euro-Disco und technoide Elektrosounds.

„Ich reise dem Theo immer hinterher“, sagt Fritz-Georg Flesch zu seiner Motivation, an diesem Abend ins Alma-Sports zu kommen und nicht etwa das Fortuna-Heimspiel zu sehen. „Ich kenne natürlich auch das alte Château Rikx, wo ich unzählige Male mit vielen Fans Fortuna-Spiele gesehen habe. Das war immer eine sympathische Baustelle, das ist das hier auch, nur moderner“, so Flesch, der grinsend auf die Bauzäune verweist, die die Feier- vom Fitness-Bereich trennten. „Ich wollte immer mal ins Château Rikx, hatte es aber irgendwie nie geschafft, insofern habe ich keine gezielten Erwartungen. Aber ich bin neugierig und bislang finde ich es ganz toll“, sagt Marian Trueson aus Korschenbroich, die für ihre Premiere auch noch Freundin Christin aus Dortmund überreden konnte.

Schon kurz nach 21 Uhr kommt zu Adeles „Rolling in the Deep“ tänzelnde Bewegung in die Menschen vor der DJ-Bühne. Immer wieder fordert Theo Fitsos wegen der aufkommenden Enge das Publikum auf, auch den angrenzenden, jedoch ziemlich kärglich ausgestatteten Raum zu nutzen. „Dahinten ist es ruhiger und besser, da kann man schneller was klar machen“, lautet der Anbagger-Tipp des DJs. Es dauert nicht lange, da wird auf dem Dancefloor einiges klar gemacht.

„Unsere Aufgabe ist es einfach, die Lust der feiernden Düsseldorfer zu befriedigen“, sagt Michael Quellhorst, der noch heute bedauert, die Abschiedsparty im alten Rikx im März 2020 nicht mitgefeiert zu haben, da er gerade im Skiurlaub war. „Wir wollen mal sehen, wie es hier läuft; und aktuell sieht es sehr gut aus, dann planen wir auch weitere Abende“, verrät der Rikx-Macher und verweist auf die Party-Ankündigung auf Facebook. „Da kamen innerhalb von zwei Stunden rund 18.000 Likes zusammen, das war unfassbar“, so Quellhorst.

„Wir haben ganz viele Tränen geweint, als das alte Château Rikx verschwand“, sagt Pascal Tilly und kritisierte massiv das Verhalten von Teilen der Politik, die dem Abriss sowie der Neubebauung in unmittelbarer Nähe des Baudenkmals Alter Bahnhof zugestimmt hatte. Trotz der grassierenden Feierlaune ist am Samstagabend ein wenig Nostalgie immer noch spürbar.

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