Düsseldorf: Einbrecher: "Mache meine Arbeit"

Düsseldorf : Einbrecher: "Mache meine Arbeit"

20-jähriger erhält Jugendstrafe für Kiosk-Einbruch.

Mit anderthalb Jahren Jugendstrafe und einer neuerlichen Chance auf Bewährung hat das Amtsgericht gestern einen 20-jährigen Serientäter belegt und ihn aus der U-Haft entlassen. Nach einem Streit mit seiner Freundin über angebliches Fremdgehen hatte er laut seinem Geständnis in einer Aprilnacht angeblich literweise Wodka konsumiert, dann an der Kölner Landstraße die Scheibe eines Kiosks eingeschlagen und die Kasse mitgenommen.

Von einem Taxifahrer bei der Tat beobachtet, hatte er laut Anklage den Augenzeugen noch bedroht mit den Worten: "Ich bin Verbrecher, ich mache meine Arbeit. Sie sind Taxifahrer, machen Sie Ihre Arbeit!" Zudem habe er getönt, er sei bewaffnet und wolle mit der Beute entkommen, "sonst knallt es hier".

An solche markigen Sprüche hatte der Angeklagte vor Gericht nun angeblich keine Erinnerung mehr. Er sei ja Stammgast in dem Büdchen gewesen und könne sich nicht erklären, warum er dort eingebrochen war, sagte er. Er habe später sogar die erbeutete Kassenschublade ungeöffnet weggeworfen und sich an den Straßenrand gesetzt - bis die Polizei kam.

Eine Blutprobe ergab dann einen Promillewert von 2,2 bei dem Angeklagten. Der hatte große Abschnitte seines noch jungen Lebens bereits in Haftanstalten verbracht, war mit 14 Jahren erstmals aufgefallen und ab dem 17. Lebensjahr so oft in U-Haft genommen worden, dass er seine Schulausbildung nur lückenhaft vorantreiben konnte. Jetzt aber habe er eine Freundin, "da hat sich alles geändert in meinem Leben", beteuerte er - und versprach, nun die Mittlere Reife nachzuholen. Er wolle ja Hotelfachmann werden, "das ist es, was ich immer sein wollte". Im Hinblick auf die hohe Alkoholisierung des Angeklagten zur Tatzeit gewährte das Amtsgericht ihm nach dem Kioskeinbruch und einem weiteren Einbruchsversuch in ein Ladenlokal eine neue, vermutlich letzte Bewährungs-Chance.

(wuk)
Mehr von RP ONLINE