Düsseldorf: Ein Weihnachtsbraten ganz ohne Fleisch

Düsseldorf : Ein Weihnachtsbraten ganz ohne Fleisch

Von wegen Tofu – die Düsseldorferin Stefanie Grauer-Stojanovic hat einen pflanzlichen Hackbraten aus Linsen erfunden. Hier gibt es das Rezept.

Von wegen Tofu — die Düsseldorferin Stefanie Grauer-Stojanovic hat einen pflanzlichen Hackbraten aus Linsen erfunden. Hier gibt es das Rezept.

Wenn Vegetarier oder Veganer Heißhunger auf Fleisch haben, können sie Fleisch nachbauen. Aus Soja oder Seitan, das überwiegend aus Gluten besteht. Die Veganerin Stefanie Grauer-Stojanovic aus Bilk kann das nicht. Seit einem schweren Allergieschock im Sommer 2010 muss die 44-Jährige auf viele Lebensmittel verzichten, darunter so beliebte wie Äpfel, Milch und Brot vom Bäcker. Und eben auf den typischen Fleischersatz.

Doch das hat Grauer-Stojanovic nicht zurückgeworfen. Seit ihrem Allergieschock schreibt sie den Blog www.kochtrotz.de, auf dem sie Rezepte veröffentlicht, die sich besonders für Lebensmittelallergiker eignen, darunter Sauerrahm aus Cashew-Nüssen, Ketchup ohne Tomaten und vegane Wirsing-Rouladen.

Als Grauer-Stojanovic wieder mal der Heißhunger auf etwas Herzhaftes packte, erfand sie einen Hackbraten, der weder Fleisch noch Soja noch Gluten enthält, dafür aber viele Linsen, und der sich auch am Heiligabend gut schlägt. Einige Leser ihres Blogs haben bereits angekündigt, sich den Braten für diesen Anlass zuzubereiten.

Es soll kein Fleischimitat sein, sagt sie, denn sie versteht selbst nicht so ganz, warum einige Vegetarier und Veganer Fleisch mit Hilfe pflanzlicher Produkte imitieren. Auf den ersten Blick könnte es aber durchaus ein echter Hackbraten sein, auf den zweiten Schwarzbrot. Doch weder schmeckt er nach Fleisch noch nach Schwarzbrot, aber auf jeden Fall gut. Den Geschmack kann man sehr stark durch die Wahl der Gewürze beeinflussen.

Beeindruckende Zutatenliste

Es bedarf keiner Zauberkunst, um den Braten zuzubereiten, auch keiner exotischen Küchengeräte. Nur die Zutatenliste ist beeindruckend. Der Gang in den Bioladen hilft allerdings beim Einkauf weiter. Wer erst mal alle Zutaten beisammen hat, hat keine zwei Stunden später den Pflanzenbraten auf dem Teller liegen. Und so funktioniert es:

Zunächst die Berglinsen mit den Lorbeerblättern in der Gemüsebrühe für circa 30 Minuten köcheln. Zur Vorsicht auf der Linsenpackung nachsehen. Nach 20 Minuten den Couscous und 250 Milliliter warmes Wasser hinzufügen und zusammen bei niedriger Temperatur garen lassen. Dabei aufpassen, dass nicht die gesamte Flüssigkeit aufgesogen wird. Danach muss die Masse etwas abkühlen.

Während die Linsen noch köcheln, ist Zeit für die Zwiebel — putzen, fein hacken und mit etwas Öl in der Pfanne braten.

Danach die übrigen Zutaten in einer großen Schüssel vermischen, schließlich die Linsen-Couscous-Mischung und die Zwiebeln dazugeben und alles durchkneten, bis die Zutaten gut vermengt sind. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und bei Bedarf noch Rauchsalz oder Worcester-Sauce hinzugeben.

Im Anschluss eine Brotbackform (circa 30 Zentimeter) einfetten, die Hackbratenmasse hineingeben und glatt streichen. Damit es nachher wie ein Fleischbraten aussieht, einfach ein Rautenmuster in die Oberfläche schneiden. Danach die Form mit Alu-Folie abdecken und bei 165 Grad (Umluft) oder 180 Grad (Ober-Unterhitze) in den vorgeheizten Backofen stellen. Nach 30 Minuten die Folie abnehmen und dann 15 Minuten weiterbacken. Dann die Temperatur auf 190 Grad (Umluft) oder 210 Grad (Ober-Unterhitze) hochsetzen und noch mal 10 bis 15 Minuten backen, bis sich eine schöne Kruste gebildet hat und der Braten braun ist. Dabei gut aufpassen, weil aus Braun schnell Schwarz wird. Im Anschluss die Form aus dem Ofen nehmen und 15 Minuten abkühlen lassen, damit der Braten fest wird. Ihn dann vorsichtig auf eine Platte stürzen, in Scheiben schneiden und mit Beilagen nach Wahl servieren.

(RP)