Düsseldorfer Kitas: Ein vielseitiges Hügelchen

Düsseldorfer Kitas: Ein vielseitiges Hügelchen

Individuelle Förderung ist das Ziel der Elterninitiative "Villa Hügelchen" in Holthausen. Die Erzieherinnen arbeiten nach Montessori-Pädagogik und haben ein umfangreiches Bildungsprogramm erarbeitet.

Es ist ruhig in den Räumen der Villa Hügelchen, denn heute ist "Wind- und Wetter- Tag". Das heißt für die Kinder: raus in die Natur und die Umgebung erkunden. Erzieherin Nina Krafczyk hat jetzt Zeit, sich intensiv mit den jüngsten Schützlingen der Elterninitiative zu beschäftigen, die noch zu klein sind, um beim Ausflug mitzulaufen. Das "Daheimbleiben" wird den Kindern mit Seifenblasenpusten mehr als versüßt.

Drei Gruppen werden in der Kita betreut: zwei so genannte Familiengruppen, in denen jeweils neun unter Dreijährige mit acht älteren Kindern gemeinsam spielen, und eine Kita-Gruppe, die aus 20 Drei- bis Sechsjährigen besteht. Zehn feste Mitarbeiterinnen hat die Kita – "aber ohne das Engagement der Eltern würden wir vieles nicht schaffen", betont Leiterin Petra Kinast. "Wir sehen uns nicht von den Familien abgekoppelt, sondern stehen in einer Erziehungspartnerschaft", sagt die 56-Jährige. Das Engagement der Mütter und Väter mache die Elterninitiative letztlich aus.

Bei der Führung durch die bunt gestalteten Räume der Kita betont die Erzieherin den Einsatz der Eltern, darunter ein Vater, der Kindermöbel baut und eine Mutter, die musikalische Früherziehung anbietet. "Als wir das Außengelände neu gestaltet haben, waren jeden Tag mindestens 15 Eltern hier in der Kita, um zu helfen", berichtet Kinast stolz.

Den Großteil der alltäglichen Arbeit mit den Kindern übernehmen natürlich die Erzieherinnen. Vier Bildungsbereiche umfasst das Konzept der Kita: Bewegung, Musik, Sprachen und Naturwissenschaften. Gearbeitet wird mit Montessori-Pädagogik: Jedes Kind soll entsprechend seiner individuellen Stärken und Interessen gefördert werden.

Seit vier Jahren ist die Villa Hügelchen anerkannter Bewegungskindergarten, 2008 verlieh der Deutsche Chorverband sein Gütesiegel "Felix – wir singen gerne" an die Kita. Die Vielfalt des Angebots, das unter anderem individuelle Sprachförderung, naturwissenschaftliche Experimente und Musizieren an Instrumenten umfasst, kommt bei den Eltern gut an: "Im vergangenen Jahr hatten wir 80 Anmeldungen auf 43 Plätze", berichtet Kinast. Vor allem der Andrang auf die Betreuungsplätze für unter Dreijährige sei groß. "Der Bedarf steigt ständig", sagt die Kita-Leiterin.

Gleichzeitig hat sie beobachtet, dass viele Eltern sehr genau auswählen, in welcher Einrichtung sie ihr Kind unterbringen. Sie informieren sich darüber, welche Fortbildungen die Mitarbeiterinnen besucht haben und welche Gütesiegel der Kindergarten aufweisen kann. "Die Entscheidung für eine Elterninitiative fällt gerade jenen Eltern leicht, die ihr Kind nicht einfach nur abgeben, sondern auch inhaltlich mitarbeiten möchten", sagt Kinast. Denn die Elterninitiative ist der Trägerverein der Kindertagesstätte und kann als Arbeitgeber über die Belange der Erziehung und Betreuung mitbestimmen. "Wir haben über die Jahre ein großes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Erziehern aufbauen können", erzählt die Kita-Leiterin. "Uns allen ist klar, dass wir ein gemeinsames Ziel haben: den Kindern die bestmögliche Betreuung zu bieten."

(RP)