Düsseldorf: Ein Spielplatz wird Geschichte

Düsseldorf: Ein Spielplatz wird Geschichte

Der Wasserspielplatz in Eller ist für tausende Menschen Teil der Kindheit. Nun ist er abgerissen und wird neu gebaut. Zeit für eine letzte Hommage an ein spritziges, sonniges, heißes und nicht gerade leises Stück Identität.

- Es mag an Orten wie dem Wasserspielplatz liegen, dass manchen Menschen die damaligen Sommer heißer erscheinen. Und länger und trotz der gleichen drückenden Schwüle, die ja so typisch ist für das Rheinland, auch frischer. Der Wasserspielplatz, der dieser Tage ein neues Gesicht bekommt, ist Teil der Eller Identität, doch geht seine Wirkung weit über die Grenzen Düsseldorfs hinaus. Wer immer seine Kindheit zwischen 1959, dem Eröffnungsjahr, bis Ende der 70er Jahre im Düsseldorfer Osten verbracht hat, nimmt den Wasserspielplatz als Erinnerung mit. Ulrich Brzosa etwa erinnert sich besonders an das Muster des Lochblechs auf der kleinen Brücke. Seine Mutter packte damals immer eine Decke ein, die Bademäntel und etwas zu essen, wenn es zum Wasserspielplatz ging. Später ging er auch alleine, wenn er eine Abkühlung brauchte. Und weil am Unterbacher See 50 Pfennig Eintritt verlangt wurden. Dafür kaufte er am noch heute existierendem Büdchen an der Heidelberger Straße lieber ein Eis.

Meist waren es die Mütter, die unter den Kindern für Ordnung sorgen mussten. Damals wies man auch fremde Kinder ohne Scheu zurecht. Foto: nn

Angelegt wurde der Spielplatz 1959. Im stark verdichtetem Stadtraum brauchten die Kinder Speilplätze, zumal die Freiflächen immer weniger und die Autos auf den Straßen immer mehr wurden. Vorher war auf dem Gelände ein Obstgarten, der einst zum Schloss Eller gehört hatte. Die Bäume wurden weitestgehend abgeholzt. Was blieb, war ein Hügel. In den Geschichten der Kinder in Eller wurde er zum Grabhügel der Edlen von Eller, Ritter- und Spukgeschichten spielte man in den Büschen. In Wahrheit war der Hügel der alte Eiskeller des Schlosses.

(RP)
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