Kommentar: Ein Signal für die Tradition

Kommentar: Ein Signal für die Tradition

Wer am Donnerstag Bürger nach der Verlängerung der Düsseldorfer Weihnachtsmärkte bis zum Jahresende fragte, schaute ganz überwiegend in erfreute Gesichter.

Tatsächlich ist die Entscheidung, auch zwischen den Jahren noch etwas heimeligen Budenzauber anzubieten, eine bemerkenswerte. Denn sie setzt ein klares Signal gegen den immer skurrilere Blüten treibenden Vorzeitigkeitswahn, bei dem Lebkuchen in der ersten Septemberwoche die Regale füllt und Tannendeko spätestens an Sankt Martin (drei Wochen vor dem Advent!) die Schaufenster erreicht. Nur zur Erinnerung: Der Advent ist nicht "die Weihnachtszeit", sondern eigentlich eine Zeit des Fastens, der Umkehr und der Vorbereitung. Die eigentliche Weihnachtszeit beginnt dagegen erst in der Nacht zum 25. Dezember und dauert - was viele gar nicht mehr wissen - bis zum Sonntag nach Dreikönig. Auch jenseits solcher Argumente macht die Verlängerung Sinn. Viele Menschen haben erst nach den überaus hektischen Tagen vor dem Fest die Muße, entspannt zu bummeln und Glühwein zu schlürfen. Wer Weihnachten mag, wird es außerdem zu schätzen wissen, dass er künftig das Besondere dieses Festes noch ein wenig nachklingen lassen darf.

joerg.janssen@rheinische-post.de

(RP)