Kommentar: Ein Signal für den Sonntag

Kommentar : Ein Signal für den Sonntag

Ohne Sonntag gibt's nur noch Werktage: Der Name dieser Initiative zum konsequenten Schutz des grundgesetzlich verankerten Ruhetages sollte dem Düsseldorfer Rat bei seiner Entscheidung über einen zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag die Richtung weisen.

An neun Sonntagen heißt es in der City beziehungsweise in den Stadtteilen bereits: Lasst die Kassen klingeln. Das reicht. Warum? Weil ein weiterer Shopping-Tag in der Stadtmitte ein Signal wäre auf dem Weg zur weiteren Aushöhlung des schützenswerten Wochentags. - Na und? Lasst die Leute doch selbst entscheiden, wann und wie lange sie einkaufen gehen möchten, wenden (wirtschafts-) liberale Kritiker und Handel ein. Sie verweisen auf Großstädte mit mehr Shopping-Sonntagen oder auf die Gepflogenheiten in angelsächsischen Ländern. Stichwort: 24/7 - wer seinen Laden rund um die Uhr offen halten will, soll es doch tun. Ohnehin arbeiteten schon jetzt viele Menschen an einem Sonntag. Mag sein. Und doch sollten wir diesen besonderen Tag in Ruhe lassen. Der Familien wegen, der Arbeitnehmer wegen, die in Wahrheit doch nicht freiwillig arbeiten gehen würden, der Entschleunigung wegen, von der alle - nicht nur Kirchgänger - profitieren. Und Düsseldorf büßt nichts von seiner Anziehungskraft ein, wenn es hier einmal ein Stopp-Schild aufstellt. Jörg Janßen

(RP)