Integration in Düsseldorf Ein Rückzugsort für geflüchtete Ukrainer in Düsseldorf

Düsseldorf · Im Café des Zakks in Düsseldorf-Flingern treffen sich regelmäßig Flüchtlinge aus der Ukraine. Drei Initiativen laden dann zum „Kava i kofe“ ein. Resonanz und Dankbarkeit sind groß.

 Katja Kuklinski (l.) und Hildegard Düsing-Krems haben das Flüchtlingscafé mit initiiert.

Katja Kuklinski (l.) und Hildegard Düsing-Krems haben das Flüchtlingscafé mit initiiert.

Foto: Tino Hermanns

Es wurde Schach gespielt, gemalt, bei Kaffee und Kuchen einfach nur gequatscht. Auf den ersten Blick unterscheidet sich „Kava i kofe“ nicht von einem gemütlichen Café irgendwo in Düsseldorf. Aber, wenn man genau hinhört, dann versteht man kein Wort, denn die knapp 50 Menschen im Café des Zakks sprechen ukrainisch.

Seit Anfang April ist das jeden Montagnachmittag ab 15 Uhr so. Dann kommen regelmäßig in erster Linie aus der Ukraine geflüchtete Frauen mit Kindern in das Kulturzentrum an der Fichtenstraße. „In den ersten Wochen nach dem Einmarsch Russlands waren wir unter Schock“, gesteht Zakk-Mitarbeiterin Katja Kuklinski. „Dann haben wir für die ukrainischen Flüchtlinge Ort, Zeit und Raum für Ruhe und Vernetzung geschaffen. Bei uns können sie runterkommen, Erfahrungen austauschen, und unsere Betreuungspersonen unterstützen sie moralisch und leisten so erste Hilfen zur Selbsthilfe.“

Dem Zakk-Team aus der Abteilung Interkultur stehen mit dem Verein „Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf“ und „Luna“ (Leisten, Unterstützen, Netzwerken, Aktivieren) weitere Unterstützer zur Seite. „Wir betreiben seit 2016 den Welcome Point hinter dem Hauptbahnhof“, erläutert Flüchtlinge-Willkommen-Vorsitzende Hildegard Düsing-Krems. „Als die Ukraine-Flüchtlinge kamen, haben wir nicht eine Sekunde nachgedacht und haben gesagt: Das machen wir auch noch.“

Die Helfer haben ihr Ohr immer nah an den Flüchtlingen. Deshalb wissen sie genau, wann sich der Bedarf ändert und können bedarfsgerechte Angebote entwickeln. „Mit der Zeit kamen auch viele Jugendliche ins Café, die Spiele spielten, Gitarren mitbrachten und gemeinsam sangen“, so Kuklinski. „Ab August entwickelten wir gemeinsam mit den ukrainischen Besuchern das Angebot weiter. In einer Kooperation mit der Luna-Initiative wurden Aktivitäten im Rahmen des Cafés gestaltet, die insbesondere die ukrainischen Frauen und ihre Angehörigen ansprachen. Ebenso wurde das Café auch für Nicht-Ukrainer geöffnet.“

Luna hat nach dem ersten Advent einen musikalischen Abend im Rahmen des Cafés organisiert. Unter den Besuchenden von „Kava i kofe“ und unter den Aktivistinnen der Luna-Initiative gibt es viele talentierte Künstler, die ukrainische und internationale Lieder vortrugen. Bei den Ukrainerinnen kamen richtige Heimatgefühle auf, viele sangen die Lieder aus der Heimat mit, bei einigen füllten sich die Augen mit Tränen. Bei so viel darstellerischen Kreativität ist der Bedarf nach einer Theatergruppe und einem Chor groß. Und genau dafür wollen die Helfer nun demnächst sorgen.

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