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Energie sparen: Ein Kraftwerk fürs Rechenzentrum

Energie sparen : Ein Kraftwerk fürs Rechenzentrum

Der Mobilfunk-Konzern E-plus hat für sein zentrales IT-Dienstleistungszentrum ein umweltfreundliches Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Es spart Energie, wird mit Biogas betrieben und ist deshalb CO2-neutral.

Es klingt wie ein Widerspruch: Das neue Blockheizkraftwerk für das Rechenzentrum von E-Plus sorgt in erster Linie für die nötige Kühlung der Rechnerräume. Die Auflösung des Widerspruchs liegt in der Chemie, erläuterte Karsten Menzel, Umweltmanager von E-Plus, den Gästen bei der offiziellen, feierlichen Inbetriebnahme des Kraftwerks: "Die Wärme des Heizkraftwerks dient dazu, die chemische Reaktion einer Salzlösung zu ermöglichen, die Kälte erzeugt."

 Die Leitungen und Geräte werden automatisch überwacht.
Die Leitungen und Geräte werden automatisch überwacht. Foto: Bretz, Andreas

Weil Kühlung viel Energie frisst, hat Mobilfunk-Konzern E-plus eine maßgeschneiderte Lösung für sein Rechenzentrum in dem Bürogebäude an der Parsevalstraße in Rath entwickeln lassen. Von dort aus werden alle IT-Dienstleistungen für den Konzern erbracht. Es sei abzusehen, dass in den kommenden Jahren das Zentrum wachsen werde und noch mehr Energie benötige, so Menzel. "Um die zu erwartenden Kosten zu dämpfen und auch um die Umwelt zu schonen, ist das Blockheizkraftwerk der richtige Schritt", sagte Menzel.

Das ehrgeizige Ziel, mit dem neuen Kraftwerk CO2-neutral Energie zu produzieren und die Umwelt nicht mit dem klimaschädlichen Gas zu belasten, wurde von Politikern gelobt. "Mit dem Biogaskraftwerk beweist E-plus einmal mehr, dass es knappe Ressourcen schonen will und Ökonomie mit Ökologie zu verbinden weiß", lobte Marc Jan Eumann, Staatssekretär des NRW-Ministeriums für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien. Und Düsseldorfs Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) hob hervor, dass das Blockheizkraftwerk die klimapolitischen Ziele Düsseldorfs unterstütze. Sie werte die Investition auch als Bekenntnis zum Standort Düsseldorf.

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Mit den mehreren Millionen Euro, die das Blockheizkraftwerk laut Peter Tiggelkamp kostet und die sich in knapp fünf Jahren amortisiert haben werden, investiert E-plus auch in die Sicherheit. "Das Rechenzentrum ist autark und kann auch bei einem Stromausfall im öffentlichen Netz weiter arbeiten", sagte Tiggelkamp.

Das technische Prinzip: Mit zwei Ottomotoren wird knapp ein Megawatt Strom erzeugt, der in das öffentliche Netz eingespeist und vergütet wird. Die Abwärme der Motoren - auch die thermische Leistung beträgt knapp ein Megawatt - wird für das Erwärmen der Salzlösung genutzt, mit deren Hilfe dann Kälte erzeugt wird, die die Temperatur im Rechenzentrum nicht über 28 Grad steigen lässt. Würde diese Grenze überschritten, könnten die Rechner nicht mehr einwandfrei arbeiten. Bei einer Stromstörung im öffentlichen Netz reicht der Strom des Blockheizkraftwerks zusammen mit dem von vorhandenen Dieselgeneratoren aus, um die Kühlanlagen und die Rechner zu betreiben.

Die gute CO2-Bilanz wird durch den hohen Wirkungsgrad von etwa 85 Prozent erreicht. Er ist möglich, weil das Gas als Primärenergie für Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. "Da wir zudem für das Blockheizkraft Biogas beziehen, fällt kein CO2 an", sagte Menzel. Auf diese Weise würden pro Jahr 4500 Tonnen des Klimagases eingespart. Die Leitungen und Geräte werden automatisch überwacht.