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Düsseldorf: Ein Dankeschön-Abend für Ehrenamtler

Düsseldorf : Ein Dankeschön-Abend für Ehrenamtler

Für ihren unermüdlichen Einsatz wurden die Mitarbeiter des Christlichen Vereins Junger Menschen eingeladen. Die "Sonntagsschüler" unterhielten die Gäste mit einem Improvisationstheater.

Suppe, Sekt und Orangensaft - heute dürfen sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) einmal versorgen lassen. Als Dank für ihren unermüdlichen Einsatz wurden die Helfer zu einem vergnüglichen Improvisations-Theaterabend eingeladen. Für einige auch eine Möglichkeit, alte Bekannte wiederzutreffen. "Viele von uns sehen sich nur einmal im Jahr bei der Weihnachtsfeier", sagt Kathleen Wittig.

Seit 1926 lädt der CVJM jedes Jahr zu Heiligabend alleinstehende Männer in die Rheinterrassen ein, um mit ihnen Weihnachten zu feiern. Bis zu 700 Männer kommen der Einladung nach und genießen die Gesellschaft der anderen und die weihnachtliche Stimmung. Neben einem bunten Programm gibt es nützliche Präsente wie Socken, Shampoo und Kaffee. "Mit den Geschenken können die Männer nach Hause gehen und gut über Weihnachten kommen", sagt Ralf Wittig, leitender Sekretär des Vereins. Das Weihnachtsmahl besteht traditionell aus Putenbraten, Klößen und Rotkohl. Einige langjährige Helfer scheinen dieses Menüs aber ein wenig überdrüssig zu sein. Als Wittig den Abend noch mal Revue passieren lässt, beschwert sich ein Mann: "Es gab das gleiche Essen wie jedes Jahr. Ich habe mich mal auf was anderes gefreut." Direkt kommt von einer Frau zurück: "Es war aber diesmal sehr lecker."

Schwarz gekleidet und mit dicken orangefarbenen Socken stehen die "Sonntagsschüler" auf der Bühne. Da die Technik nicht funktioniert, dürfen sie sofort ihr Improvisationstalent unter Beweis stellen. Das geht ohne Probleme. Die Schauspieler lassen sich nur von dem inspirieren, was das Publikum ihnen bietet. So fragen sie auch gleich, welche Erinnerungen die Helfer im Publikum an das Weihnachtsfest haben. Mit diesem Material lassen die "Sonntagsschüler" den Heiligabend noch mal lebendig werden und ernten damit große Lacher. So findet beispielsweise die Predigt des Pfarrers kein Ende, da er sich freut, endlich mal vor so vielen Leuten sprechen zu können. Kirsten Köller erinnert sich besonders an die kaputte Spülmaschine. "Das war schon chaotisch. Das Geschirr stapelte sich bis unter die Decke", erzählt die ehrenamtliche Helferin. Zum Glück hätten sie aber nicht alles mit der Hand reinigen müssen, sondern Hilfe bekommen. Das Improvisationstheater passt für die Lehrerin sehr gut zur Weihnachtsfeier des CVJM: Da müsse man auch ständig improvisieren.

Brigitte Laufenberg und Rosemarie Grün finden das Impro-Theater etwas gewöhnungsbedürftig. "Das sind nette junge Leute, die was draufhaben. Ich hätte aber doch ein bisschen mehr erwartet", sagt Laufenberg. Beide sind schon seit mehreren Jahren begeistert bei der Heiligabend-Veranstaltung dabei. Laufenberg freut sich besonders über die Einstellung der Gäste: "Da sind auch Obdachlose dabei, die das Fest sehr ernst nehmen. Die kommen gestriegelt und gut angezogen. Sie haben sich auf den Tag vorbereitet und freuen sich darauf." Grün findet es toll, dass viele Gäste immer wieder kommen. "Da war einer dabei, der kommt schon seit 60 Jahren", erzählt die 70-Jährige. Obwohl ihre Familie Heiligabend lieber mit ihr verbringen würde, möchte sie nicht auf die Veranstaltung verzichten. "Das ist so eine tolle Gemeinschaft. Und es gibt ja noch zwei Tage zu feiern", sagt sie.

(RP)