Mein Oberbilk: Ein buntes und lebendiges Viertel

Mein Oberbilk : Ein buntes und lebendiges Viertel

Ja, ich liebe Oberbilk. Es ist einfach toll, hier zu leben. Als ich aus Indien nach Düsseldorf kam, fand ich es trist und menschenleer im Vergleich zu meiner Heimat, wo immer Menschen auf den Straßen sind.

Aber dann fand ich hier meine große Liebe. Joop ist Holländer und wir sind 1971 in unsere erste gemeinsame Wohnung an der Volksgartenstraße gezogen. Fünfter Stock, ohne Bad und ohne Aufzug — so etwas kannte ich aus Indien nicht. Aber wir haben es uns gemütlich gemacht. Unsere drei Kinder sind dort aufgewachsen, und wir hatten eine tolle Hausgemeinschaft. In der Kirchengemeinde bin ich herzlich aufgenommen worden — und angekommen.

Als wir vor einigen Jahren eine neue Wohnung suchten, waren wir auch in anderen Stadtteilen. Aber alles, was wir wollten, gab es eben nur in Oberbilk: ruhige Lage, trotzdem zentral und mit allen Einkaufsmöglichkeiten vor der Tür. Ich finde schade, dass man in Düsseldorf immer nur stolz auf Kaiserswerth und die Kö ist, und nicht auf die Vielfalt von Oberbilk. Wir haben Freunde aus der ganzen Welt und die meisten haben wir in Oberbilk kennengelernt. Das ist doch wunderbar. Es ist ein herrlich buntes, lebendiges Viertel.

Natürlich gibt es auch Dinge, die mich ärgern. Die spreche ich dann aber sofort an. Die Deutschen hier tun mir da manchmal leid: Sie wehren sich nicht, aus Angst, dass man ihnen vorwirft, ausländerfeindlich zu sein. Ich selbst habe Ausländerfeindlichkeit nie direkt gespürt. Unsere Kinder später schon. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, dass sich alle heute sozial sehr engagieren.

Linda Farrell-Knibbe lebt seit 1971 mit Ehemann Joop Knibbe in Oberbilk.

(RP)
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