Düsseldorf: Ein Bentley und andere kuriose Taxis

Düsseldorf : Ein Bentley und andere kuriose Taxis

Wer in diesen Wochen ein Taxi bestellt, kann mit etwas Glück von einem Bentley statt einem Benz chauffiert werden. Die Düsseldorfer Taxiflotte hat noch andere Kuriositäten zu bieten. Wir haben einige seltene Droschken getestet.

Bentley Flying Spur Wer glaubt, mit einem Bentley falle man zumindest auf der schicken Düsseldorfer Königsallee nicht auf, der irrt gewaltig. Zumindest dann, wenn der Bentley in der Farbe "RAL 1015 Hellelfenbein" lackiert ist und auf dem Dach ein gelbes Taxischild trägt. Es sind vor allem Männer, die staunend stehenbleiben und blitzschnell ihr Smartphone zücken, um ein Foto zu machen. Das Bentley-Taxi ist zurzeit für einige Wochen in Düsseldorf unterwegs. Bentley-Händler Gottfried Schultz hat es Rheintaxi zur Verfügung gestellt. Und Chauffeur Herbert Schlieter ist begeistert. "Nach mehreren Stunden Einweisung hatte ich erst einen Bruchteil der kleinen elektrischen Helferchen kennengelernt", sagt der Taxifahrer, der sonst mit einem Mercedes auf Tour ist. So sind die handgefertigten Sitze sogar mit einer Massagefunktion ausgestattet. Wenn Schlieter seinen Fahrgästen die Tür öffnet, dann hat das etwas von Tresortür, denn die Pforten wirken massiv und gewaltig schwer. Trotzdem ist der Bentley agil in der Stadt unterwegs, wie Schlieter bei einer Tour nach Oberkassel und zurück beweist. Kein Wunder: Der britische Luxusschlitten hat zwölf Zylinder, sechs Liter Hubraum, Bi-Turbo, 625 PS, 800 Nm Drehmoment und eine für die Düsseldorfer Innenstadt wohl eher irrelevante Höchstgeschwindigkeit von 320 Stundenkilometern. Der Neupreis des Modells liegt bei 236 000 Euro, allerdings ohne Taxischild. Die Fahrt ist aber genauso teuer wie bei jedem anderen Düsseldorfer Taxi. Konkret ordern kann man das Bentley-Taxi übrigens nicht. Das Luxusauto reiht sich für vier Wochen ganz normal in die Flotte von Rhein-Taxi ein. So entscheiden Zufall und Glück, wer im Bentley durch Düsseldorf gefahren wird. Bestellung unter Tel. 21 21 21.

Chrysler C 300 Obwohl der Chrysler nur ein Zehntel des Bentley kostet, hat er laut seinem Eigentümer und Fahrer Helmut Müller einen ähnlichen Effekt. "Viele fragen, ob das ein Bentley ist", sagt Müller über den Amischlitten mit dem außergewöhnlich bulligen Aussehen. Der Wagen wird seit vier Jahren nicht mehr gebaut, stammt noch aus der DaimlerChrysler-Ära und hat deshalb einen Mercedes-Motor. Innen bietet er US-typisch sehr viel Platz. Müller und sein Chrysler haben echte Fans. "Vor allem junge Frauen, die ich nach einem Besuch der Ratinger abhole, sagen oft ,Mensch, Alter, was für eine Karre'", sagt Müller, der im Innenraum stilecht Jazzmusik oder "New York, New York" spielt. Zwei der exotischen Riesenschiffe sind Teil der Flotte der Düsseldorfer Taxigenossenschaft. Eines hat das beliebte historische Londoner Taxi abgelöst. Es durfte wegen fehlender grüner Umweltplakette nicht mehr in die Innenstadt. Bestellt werden kann der Chrysler wie alle Fahrzeuge der Taxigenossenschaft unter 33333 oder 99999.

VW Caddy Gut, optisch kann der Wolfsburger weder gegen den Briten noch gegen den Ami anstinken. Aber das Taxi von Peter Wichmann hat ein Geheimnis. Hinten kann über eine Rampe ein Rollstuhlfahrer hereinfahren. Trotzdem ist vorne noch Platz für vier Fahrgäste. Wenn Wichmann keine Rollstuhlfahrer transportiert, steht er deshalb wie jede andere Droschke am Taxistand. 15 rollstuhlgerechte Droschken hat die Taxigenossenschaft. Eine Bestellung 24 Stunden im Voraus ist ratsam unter der Nummer 777 654.

(RP)
Mehr von RP ONLINE