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Prozess: Ehemann gesteht Schuld am Tod seiner Frau

Prozess : Ehemann gesteht Schuld am Tod seiner Frau

Mit einem Geständnis und der Bitte um Verzeihung an die Familie seiner Frau hat sich ein Familienvater (32) am Freitag vor dem Schwurgericht zum Totschlag an seiner Ehefrau (34) bekannt.

Nach vielen Streitereien habe er die Mutter seiner drei Töchter, die von Geburt an taub war, im September 2010 in der Ehewohnung in Oberbilk mit einem Stuhl niedergestreckt, dann mit 16 Messerstichen in Brust und Hals getötet.

Ein Gutachter geht davon aus, dass er zur Tatzeit wegen Affekts nur teilweise zurechnungsfähig war. Für den Prozessbeginn hatte das Gericht verschärfte Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Zwischen den Familien von Täter und Opfer soll es zuvor zu Drohungen gekommen sein.

Das Publikum saß hinter Panzerglasscheiben, jeder Besucher wurde doppelt durchsucht, und im Prozess flankierten Zivilbeamte mit Knopf im Ohr den Angeklagten. Die Hochsicherheitsmaßnahmen beruhen auf einer "Gefährdungs-Analyse der Polizei", so das Gericht. Doch bei der Verhandlung blieb es ruhig.

"Ich bin verantwortlich für den Tod meiner Frau", ließ der Angeklagte durch seine Anwälte erklären. Er räumte auch viele Ehe-Streitigkeiten ein. Seit er einen Computer angeschafft habe, sei seine Frau oft im Internet gewesen, habe in Chat-Rooms auch Bekanntschaften von Männern gemacht. Als die drei Töchter (drei bis fünf Jahre alt) am Tattag im Kindergarten waren, habe es wieder Streit gegeben. Er sei ausgerastet, habe sie attackiert. "Dann wurde mir schwarz vor Augen. Als ich wieder zu mir kam, hatte ich das Messer in der Hand."

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An Einzelheiten der Tat könne er sich nicht erinnern. Danach rief er sofort die Polizei und wiederholte beim ersten Verhör schon 40 Minuten später das Geständnis. Das sei nicht verwertbar, so seine Anwälte, weil der Angeklagte mit einem niedrigen Intelligenzquotienten als "leistungsschwach" gilt und ohne Anwalt damals den Polizisten "maßlos unterlegen" war. Doch das Gericht winkte nur ab. Der Prozess geht am 18. April weiter.

(RP)