Düsseldorf: Ehemalige Glashütte - 1400 Wohnungen

Düsseldorf: Ehemalige Glashütte - 1400 Wohnungen

Die Stadt Düsseldorf und die Patrizia Immobilien setzen auf Wohnungsbau. Im geplanten Glasmacherviertel sollen 800 Wohnungen mehr entstehen als ursprünglich vorgesehen. Ein Rahmenplan ist erarbeitet.

Das Schwergewicht der Planung für das Glasmacherviertel auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte hat sich zugunsten des Wohnungsbaus verschoben. Statt ursprünglich 580 Wohnungen sollen dort jetzt 1400 entstehen. Das sieht der überarbeitete Masterplan für das etwa 300 000 Quadratmeter große Gelände vor, den die Verwaltung jetzt der zuständigen Bezirksvertretung und dem Planungsausschuss des Rates vorlegte. In den langwierigen Abstimmungen zwischen dem Planungsdezernat der Stadt und dem Investor, der Patrizia Immobilien, war klar geworden, dass ein großes Wohnquartier besser zum Standort Gerresheim und auch gut zu vermarkten ist, weil Düsseldorf wächst. Ansiedlung von Gewerbe ist dagegen nach Auffassung von Fachleuten schwierig.

Zwangsläufig steigt mit der Ausdehnung des Wohnbereichs auch die Zahl der Wohnungen mit niedrigen Mieten. Aufgrund des Handlungskonzepts Wohnen der Stadt Düsseldorf sind jetzt 200 Wohnungen vorgesehen, die öffentlich gefördert werden. 200 weitere haben preisgedämpfte Mieten. Das wurde bei der Überarbeitung des Plans ausgehandelt. Das wird von den Politikern begrüßt. "Es zeigt sich, dass das Handlungskonzept wirkt", sagte etwa Astrid Wiesendorf, planungspolitische Sprecherin der Grünen im Rat. Und Bezirksvorsteher Hanno Bremer (CDU) unterstrich, dass seine Partei eine Mischung der Wohnangebote unterstützt.

Das Glashüttengelände mit denkmalgeschützen Fabrikgebäuden. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Das Glasmacherviertel soll deutlich gegliedert sein. Verschiedene Haustypen — mehrgeschossige Gebäude, Stadthäuser und Einfamilienhäuser — wechseln sich ab und sind in einzelne Blöcke aufgeteilt. Rückgrat des neuen Viertels ist eine langgezogene Grünfläche in der Mitte des Areals — der Düsselpark. Er schließt sich an die Düssel im westlichen Bereich des Geländes an, die jetzt noch unterirdisch in Rohren fließt, freigelegt und renaturiert werden soll. Wahrzeichen für das neue Viertel ist der gläserne Wasserturm mit dem blauen G, der in die Bebauung einbezogen wird ebenso wie die ehemalige Elektrozentrale und das Kesselhaus. Alle drei stehen unter Denkmalschutz. Sie könnten laut Masterplan für Dienstleistungsfirmen hergerichtet werden.

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Das Glasmacherviertel ist von mehreren Straßen durchzogen, die das neue Quartier mit den umliegend Straßen verbindet und vernetzt. Die Verbindungen zu den bestehenden Wohnvierteln sollen auch durch ein Einzelhandelszentrum an der südlichen Heyestraße verstärkt werden. Auch der Platz vor dem alten Bahnhof wird bei den Planungen beachtet.

Die Flächen westlich der Düssel neben dem Glasmacherviertel sind noch im Besitz der Stadt. Offen ist, ob sie es verkaufen will. "Auf dem Gebiet könnten Bauten für Gewerbe als Ersatz für die neuen Wohnflächen entstehen", nennt Bremer Überlegungen, die vor der Überarbeitung des Masterplans gemacht wurden. Auch Sportanlagen, die Gerresheim dringend brauche, seien dort denkbar.

(RP)
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