Ed-Sheeran-Konzert Düsseldorf: So lange dauert die Entscheidung nun schon

Grüne entscheiden am Montag : Ed-Sheeran-Konzert in Düsseldorf - ein monatelanges Hin und Her

Düsseldorf sollte ursprünglich die Rettung für das 85.000-Konzert des britischen Popstars sein. Das Konzert wurde zum Politikum und droht nun auszufallen. Am Montagabend wollen die Grünen neu entscheiden - ein Überblick, was bisher passiert ist.

Erst Lerchen, dann Weltkriegsbomben, jetzt Laubbäume: Das Mega-Konzert des britischen Popstars Ed Sheeran schreibt schon jetzt Stadtgeschichte. Seit März ringt der Veranstalter mit der Stadt Düsseldorf und deren Politikern um eine Genehmigung für das Konzert, das eigentlich am 22. Juli 2018 stattfinden soll. Doch weniger als einen Monat vor dem Open Air ist immer noch nicht klar, ob Sheeran in Düsseldorf auftreten kann. 85.000 Zuschauer warten auf eine Entscheidung.

Bis Montagabend überdenkt die Grünen-Fraktion des Düsseldorfer Rats ihr „Nein“. Sollten sie sich doch für das Konzert aussprechen, könnte sie es damit retten.

Wir geben eine Übersicht, was bisher geschah

März 2018: Das Konzert soll in Düsseldorf stattfinden. Ursprünglich sollte Sheeran auf dem Flugplatz in Essen/Mülheim auftreten. Doch auf dem Gelände brüten mehrere Paare der bedrohten Feldlerche. Die Stadt Essen hatte ein Artenschutzkonzept vorgelegt, die Feldlerche sollte umgesiedelt werden. Doch dagegen will der Naturschutzbund (Nabu) klagen. Dann taucht das nächste Problem auf: Luftaufnahmen zeigen, dass in der Erde unter dem Flughafengelände möglicherweise mehr als 100 Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Pro Verdachtsfall wären 30 Probebohrungen nötig gewesen. Zu viel Aufwand, damit sind die Konzertpläne in Essen passé. Doch das Konzert ist seit Monaten ausverkauft.

Am 6. März ist es offiziell. Das Konzert soll auf den Messeparkplatz 1 in Düsseldorf verlegt werden. Dafür müssen 104 Bäume gefällt werden und 60 Bäume versetzt werden.

Am 16. März schickt eine Gruppe von Baumschützern einen Brief an Ed Sheeran und fordert, das Konzert zu verlegen. Die Proteste beginnen.

Am 11. April beginnen die Arbeiten auf dem Messeparkplatz. 60 junge Laubbäume werden umgepflanzt. Ein Spezialbagger gräbt die Bäume samt Wurzelballen aus und versetzt sie. Ein Sicherheitskonzept und die Genehmigung für das Konzert liegen zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.

16. Mai Baumschützer und Anwohner demonstrieren gegen das geplante Konzert und das Open-Air-Gelände auf dem Messeparkplatz. Die Protestaktion richtete sich gegen die geplante Fällung von 104 Bäumen. Aufgerufen zu der Aktion hatte die Baumschutzgruppe Düsseldorf, die dabei vom Heimat- und Bürgervereins Lohausen-Stockum unterstützt wurde.

28. Mai Die Grünen-Fraktion des Düsseldorfer Stadtrates entscheidet sich einstimmig gegen die Sondergenehmigung für das Konzert. Damit gibt es keine Ampel-Mehrheit von SPD, FDP und Grünen im Stadtrat. Noch immer liegt das städtische Konzept für das Konzert nicht vor, kritisieren die Grünen.

Anfang Juni ist die Beschlussvorlage mit dem Sicherheitskonzept für die Ratsmitglieder fertig. Es enthält die Details, wie die Besucher zum Konzertgelände kommen sollen und wie das Gelände im Falle eines Unwetters evakuiert werden kann.

Am 11. Juni 2018 entscheidet sich die CDU-Fraktion, gegen das Konzert zu stimmen. Daraufhin wird die Abstimmung abgesagt und auf den 27. Juni verlegt.

21. Juni Immer mehr Düsseldorfer Unternehmen und Bürger melden sich bei der Stadt und wollen mit Baumspenden dafür sorgen, dass das Konzert doch stattfinden kann. 200 Lastwagen bringen das Material für das Konzert zur Messe.

25. Juni Am Montagabend könnte vor der Sitzung des Planungsausschusses am Mittwoch die Vorentscheidung fallen, ob das Konzert wirklich abgesagt wird oder doch noch stattfinden kann. Dann berät die Grünen-Fraktion erneut über die Genehmigung. Bei einer Absage droht dem Veranstalter ein Verlust von fünf Millionen Euro. Konzertbesucher könnten Tickets dann an den Vorverkaufsstellen zurückgeben.

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