Amtsgericht Düssedorf Duo wegen Folter eines 16-Jährigen verurteilt

Düsseldorf · Weil sie einen Schüler grundlos misshandelt, gequält und gedemütigt haben, müssen zwei vorbestrafte Gewalttäter (19/20) jetzt in Jugendhaft. So hat am Mittwoch das Amtsgericht entschieden. Als Haupttäter muss der 20-Jährige für dreieinhalb Jahre hinter Gitter, sein Komplize erhielt achtzehn Monate Strafe.

Beide hatten Übergriffe eingeräumt, sich aber auf einen Alkoholrausch berufen. "Das sollte gar nicht so ausarten, wir wollten ihm einen Denkzettel verpassen", erklärte der 19-Jährige achselzuckend im Prozess. An einem Aprilabend hatten die Angeklagten die Freundin des Opfers besucht. Als der 16-Jährige dort anrief, soll er sie am Telefon beschimpft haben. Das will einer der Angeklagten gehört haben, beide haben den Schüler daraufhin zur Wohnung beordert.

Dort wurde er verprügelt, der 20-Jährige drückte ihm drei glühende Zigaretten auf Hals und Gesicht aus. Danach zwangen sie den Schüler, mit zur Wohnung des 19-Jährigen zu kommen, wo sie ihn mit Klebeband knebelten, fesselten und stundenlang gefangen hielten. Sollte er zur Polizei gehen, würden sie ihn "tothauen", sagten die Täter, bevor sie ihn laufen ließen. Der 16-Jährige leidet nun unter Verfolgungsängsten und muss therapeutisch behandelt werden.

Opferanwalt Sascha Schulz sprach von "Folter", zeigte sich über die Hafturteile gegen beide Täter aber "sehr zufrieden". Der 20-jährige Angeklagte war erst wenige Tage vor dieser Tat aus dem Gefängnis entlassen worden.

(wuk)
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