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Düsseldorf: Duo bietet Juwelier falsche Diamanten an

Düsseldorf : Duo bietet Juwelier falsche Diamanten an

Das Amtsgericht erließ einen Strafbefehl gegen einen 38-Jährigen. Er soll 3000 Euro Geldstrafe zahlen.

Auf ein Schnäppchen zu verzichten und direkt die Polizei zu rufen, hat sich für einen Juwelier mit einem Geschäft Am Wehrhahn Ende 2011 gelohnt. Eingeschweißt in Plastik und mit angeblichen Expertisen waren dem Edelsteinhändler damals zwei angebliche Diamanten von insgesamt rund drei Karat für den Spottpreis von 4500 Euro angeboten worden. Tatsächlich war der Handel keineswegs lupenrein. Bei den Steinen handelte es sich um geringwertige Moissaniten, also einen synthetisch hergestellten Stoff. Einer der Anbieter (38) wurde gestern vom Amtsgericht in Abwesenheit zu 3000 Euro Strafe verurteilt.

Der 48-jährige Edelsteinexperte brauchte damals kein Prüfgerät, um zu merken, dass er bei diesem Handel nur verlieren konnte. Herkömmliche Diamanten-Prüfgeräte hätten die zwei angebotenen Steine (1,7 und 1,56 Karat) ohnehin nicht von echten Diamanten unterscheiden können. Zu perfekt ähneln die künstlich hergestellten Siliciumcarbid-Steine den echten Kostbarkeiten. Weil der Händler aber schon kurz nach Weihnachten 2011 von Händlerkollegen auf die zwei Männer angesprochen worden war, die zu Superpreisen etliche Steine anboten, war sein Argwohn geweckt. Zumal die Angebotssteine pro Stück fast 20 000 Euro wert gewesen wären - falls es sich um echte Diamanten gehandelt hätte. Dass die Anbieter für beide Stücke insgesamt nur 4500 Euro forderten, bestätigte den Edelsteinkaufmann in seiner Skepsis. Statt den Handel abzuschließen, schickte er seinen Sohn zur Ladentür, um diese abzuschließen und die Polizei zu rufen. Kaum tauchten die Beamten auf, versicherten der 38-Jährige und sein Kumpan, sie hätten von vornherein "künstliche Diamanten" angeboten. Der zweite Verkäufer hatte bis dahin allerdings behauptet, er habe die Steine aus Pforzheim geholt. Sein jetzt angeklagter Kumpan widersprach damals bei der Polizei und erklärte: "Das sind synthetische Steine, die man überall im Internet kaufen kann!" Für die Ermittler blieb es aber beim Betrugsversuch, über den gestern das Amtsgericht verhandeln wollte.

Doch die Anklagebank blieb dabei leer, der 38-Jährige ließ sich nicht blicken. In dessen Abwesenheit erließ der Richter daraufhin einen schriftlichen Strafbefehl gegen ihn über 150 Tagessätze zu je 20 Euro. Sobald der Anbieter diesen Bescheid im Briefkasten vorfindet, kann er dagegen noch Einspruch einlegen.

(wuk)