Düsseldorf: Düsselstrand-Schwimmer verärgert

Düsseldorf : Düsselstrand-Schwimmer verärgert

Weil die Schulklassen aus dem baufälligen Allwetterbad in den Düsselstrand gewechselt sind, ist das Hallenbad jetzt am Vormittag für Bahnenschwimmer zu. Viele erfahren davon erst an der Kasse. "Es geht nicht anders", sagt die Bädergesellschaft. Vielleicht will sie aber nachbessern.

Inge Löhr, 85, wollte am Dienstag gegen 9 Uhr ein paar Bahnen im Düsselstrand ziehen — und erlebte an der Kasse eine unangenehme Überraschung: Dort teilte man ihr mit, dass Bahnenschwimmer seit dieser Woche von 8 bis 15 Uhr nicht mehr eingelassen werden. Die Seniorin aus Oberbilk musste unverrichteter Dinge heimgehen und ist enttäuscht. "Ich komme seit Jahrzehnten, ich finde das schrecklich", sagt sie.

So wie Inge Löhr geht es in dieser Woche vielen Schwimmern aus dem Osten der Stadt. Der Düsselstrand, eines der beliebtesten und besucherstärksten Bäder in Düsseldorf, ist seit Ferienende montags bis donnerstags von 8 bis 15 sowie freitags bis 14 Uhr für die Öffentlichkeit gesperrt. Grund ist die Schließung des baufälligen Zelts im Allwetterbad am Flinger Broich; die Schulklassen, die dort geschwommen sind, werden nun zusätzlich im Düsselstrand unterrichtet. Diese Regelung gilt bis zum Ende des Schulhalbjahres im Februar. Zurzeit sind in dem Bad drei bis vier Klassen gleichzeitig im Wasser — für mehr Schwimmer ist kein Platz. Wer seine Bahnen im Düsselstrand ziehen will, muss zwischen 6.30 und 8 Uhr oder nach 15 Uhr kommen.

Die Bädergesellschaft hatte vorher die Öffentlichkeit über die Medien und das Internet informiert. Trotzdem ist die Woche für die Mitarbeiterinnen an der Bäderkasse nicht leicht. Viele Schwimmer erfahren erst dort von den eingeschränkten Öffnungszeiten. Alle paar Minuten bittet ein Gast an der Kasse vergeblich um Einlass — ein Schild, das explizit darauf hinweist, gibt es nicht. Viele Schwimmer sind verärgert, weil sie vergeblich angereist sind.

Die Bädergesellschaft bittet um Verständnis. "Natürlich ist das eine Einschränkung", sagt Romina Walterowicz vom Bädermarketing. Es lasse sich aber nicht ändern, dass das Allwetterbad geschlossen werden musste. Weil die Wege für die Schulkinder möglichst kurz sein müssen, sei man auf den Düsselstrand ausgewichen. "Die Schwimmer müssen jetzt in den anderen Zeiten näher zusammenrücken." Man werde zunächst bis zum Ende der kommenden Woche beobachten, wie die neue Regelung funktioniert. "Wenn wir etwas verbessern können, reagieren wir natürlich."

Viele Schwimmer, die von den eingeschränkten Öffnungszeiten bereits wussten, sind auf andere Bäder ausgewichen. Aus dem Bilker Hallenbad und im Rheinbad in Stockum wurde eine leicht gestiegene Anzahl von Gästen gemeldet, berichtet die Bädergesellschaft.

Entspanntere Zeiten für die Schwimmer sollen einkehren, wenn das neue 50-Meter-Becken im Rheinbad fertig ist — dann wird die Verteilung der Schwimmzeiten neu geregelt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Freizeitbad Düsselstrand: Enttäuschte Schwimmer

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