Düsseldorf: Düsseldorfs seltsame Pendlerströme

Düsseldorf: Düsseldorfs seltsame Pendlerströme

Die Landeshauptstadt ist auch Pendler-Hauptstadt. In keine NRW-Stadt pendeln mehr Arbeitnehmer täglich wie nach Düsseldorf. Doch die Pendlerströme sind ungleich verteilt. Solingen und Mülheim sind nah, Pendler aber gibt es kaum.

Düsseldorf, obwohl nicht die größte Stadt des Landes, ist eindeutig die Pendlerhauptstadt in Nordrhein-Westfalen. Laut Agentur für Arbeit gibt es keine Stadt, in die täglich so viele Menschen pendeln wie nach Düsseldorf. Bei der Analyse der Pendlerströme ergeben sich aber einige Überraschungen. Zunächst einmal wenig überraschend: Es pendeln viel mehr Menschen in die Landeshauptstadt ein, als auspendeln. Interessanter aber ist, zu welchen Regionen Düsseldorf eine enge Verbindung hat, und zu welchen fast überhaupt keine. Dazu hat die Düsseldorfer Agentur für Arbeit eine Studie mit der sogenannten Verflechtungsquote erstellt. Dabei wird die Zahl der Einpendler und die der Auspendler addiert und gemeinsam durch die Summe aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten geteilt. Daraus ergibt sich die Verflechtungsquote, die, je höher sie ist, anzeigt, wie groß der Pendleraustausch zwischen zwei Städten ist.

Spitzenreiter bei dieser Quote ist der gesamte Kreis Mettmann mit einem Wert von 9,1 (siehe Grafik). Aus keiner anderen Region pendeln mehr Beschäftigte nach Düsseldorf und umgekehrt. Darauf folgt der Rheinkreis Neuss mit einem Wert von 7,6. Das mag zwar naheliegend sein, weil das die unmittelbaren Nachbarn Düsseldorfs sind, doch gehören zum Rheinkreis auch Orte wie Jüchen oder Rommerskirchen, die satte 30 Kilometer entfernt von Düsseldorf sind. Velbert im Kreis Mettmann hat regen Austausch mit Düsseldorf, und ist sogar 35 Kilometer entfernt.

Die näheren Städte Köln und Duisburg weisen mit 3,0 beziehungsweise 3,1 wesentlich geringere Verflechtungsquoten auf. Auffallend sind die "weißen Flecken" von Städten, die nah liegen, aber nur sehr wenige Pendler in die oder aus der Landeshauptstadt aufweisen. Das nahe Krefeld hat eine Verflechtungsquote von nur 1,7 und dabei genauso wenig wie der weit entfernte Kreis Viersen.

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Das bergische Solingen ist nur 30 Kilometer entfernt und obendrein dank der Autobahnen A3 und A46 eigentlich ideal angebunden, dennoch gibt es kaum Pendler, die den Weg auf sich nehmen, die Verflechtungsquote liegt bei nur 0,9. Ähnlich verhält es sich bei Mülheim an der Ruhr mit einem Wert von ebenfalls 0,9 und Leverkusen mit nur 0,7. Besonders der Leverkusener Wert überrascht, da die südlichen Industriegebiete Düsseldorfs mit weniger als 20 Autominuten vor der Tür der Bayerstadt liegen.

Ex-Arbeitslose, die in Düsseldorf eine neue Beschäftigung aufnehmen, kommen übrigens nur zu einem guten Drittel aus der Landeshauptstadt. Hier ist das Bild analog. 8,9 Prozent kommen aus dem Kreis Mettmann, sieben Prozent aus dem Rheinkreis, 3,2 Prozent aus Köln. Die Werte aus Solingen und Leverkusen sind so gering, dass sie gar nicht ausgewiesen werden.

(tb)