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Düsseldorf: Düsseldorfs neue Radarfalle

Düsseldorf : Düsseldorfs neue Radarfalle

Verkehrsexperten sind überrascht: In den ersten 24 Stunden nach Inbetriebnahme der Tunnelblitzer im Rheinufertunnel wurden 668 Raser erwischt. Zwölf waren so schnell, dass sie ihren Führerschein abgeben müssen. Die Stadt darf sich über eine zusätzliche Einnahmequelle freuen.

Düsseldorfs neue Radarfalle im Rheinufertunnel läuft auf Hochtouren: 668 Raser wurden innerhalb der ersten 24 Stunden nach Inbetriebnahme der Messanlage erwischt. Zwölf müssen ihren Führerschein abgeben — mindestens für einen Monat, weil sie 91 km/h oder schneller fuhren. Erlaubt ist Tempo 70.

Den Negativrekord des ersten Tages hält ein Porsche-Fahrer aus Stuttgart: Er wurde am Donnerstagmorgen mit 127 Stundenkilometern geblitzt. Ihn erwarten 280 Euro Geldbuße, vier Punkte in Flensburg und zwei Monate Fahrverbot. 80 Prozent der Verkehrssünder kommen aus dem Umland. Düsseldorfs Verkehrsdezernent Werner Leonhardt sieht sich bestätigt. Es sei richtig gewesen, die Tunnelblitzer zu installieren. "Diese unverantwortlichen Raser gefährden nicht nur sich, sondern auch andere erheblich."

Die neue Anlage leiste einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Seit 2008 bis Ende Juli 2009 kam es nach Angaben der Polizei im Rheinufertunnel zu 77 Unfällen. Bei acht schweren Kollisionen mussten Retter und Notärzte ausrücken. Leonhardt betont, dass die Stadt die Autofahrer nicht abzocken wolle. Deshalb habe man an den Tunneleinfahrten Schilder montiert. "Radarkontrolle" steht deutlich sichtbar darauf.

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Gleichwohl darf sich Stadtkämmerer Helmut Rattenhuber freuen: Die Anschaffungskosten von 400 000 Euro für die digitale Messanlage dürften sich schon in wenigen Wochen rechnen. Auch wenn die Mehrzahl der Temposünder nur bis zu 20 km/h zu schnell fährt, sind bis zu 35 Euro fällig. Allein am ersten Tag dürften rund 15 000 Euro in die Stadtkasse geflossen sein.In einer Woche kommen da schon 100 000 Euro zusammen. Allerdings rechnet der stellvertretende Leiter des Ordnungsamts, Michael Zimmermann, mit einem Rückgang der Verstöße.

Er geht davon aus, dass es sich herumspricht, dass es in Düsseldorf eine neue Radarfalle gibt. Und diejenigen, die einmal erwischt worden seien, würden beim nächsten Mal aufs Tempo achten.Die Entwicklung an einer anderen Radarfalle in der Landeshauptstadt belegt Zimmermanns Einschätzung nicht: 2007 waren auf der A 44 zwischen Flughafen und Niederrheinbrücke rund 100 000 Temposünder erwischt worden.

Das war, zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Anlage, der Höchstwert. Wie im Rheinufertunnel als Verbindung zwischen der Innenstadt und Düsseldorfs Süden (mit A 46 und A 59) sind auch im Norden zahlreiche Pendler unterwegs.Nur vier Minuten nach Inbetriebnahme der Tunnelblitzer in der Nacht zu Donnerstag wurde der erste Blitzer erwischt: ein Kleinwagen-Fahrer aus dem Kreis Kleve mit 103 Stundenkilometern. Gerast wird übrigens nicht nur nachts, wenn die Straßen am leersten sind. Die meisten Tempoverstöße wurden zwischen 11 und 14 Uhr gemessen. Insgesamt wurden 92 031 Fahrzeuge kontrolliert.

(RP)