Denkmalschutz in Düsseldorf Deutsche Stiftung Denkmalschutz kritisiert „Zerstörung“ der Gaslaternen

Düsseldorf · Von einer „Wegwerfmentalität“ spricht die Stiftung. Gleichzeitig werde von den Entscheidern der „immense Identitätsverlust für die Röhrenstadt Düsseldorf“ ignoriert.

 Gaslaternen in der Altstadt.

Gaslaternen in der Altstadt.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Mit deutlichen Worten kritisiert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), dass in Düsseldorf nur noch sehr wenige Gaslaternen erhalten bleiben sollen. Am Donnerstag steht das Thema auf der Tagesordnung des Stadtrates. Es sollen Leitlinien beschlossen werden, wonach zumindest die Optik der Laternen weitestgehend erhalten bleiben soll. Mit Gas betrieben werden sollen allerdings nur noch 200 Laternen im Hofgarten, während es heute noch knapp 14.000 Exemplare in der Stadt gibt.

Die Stiftung wirft Stadt und Politik „Missachtung der Denkmalpflege“ vor. „Mit fadenscheinigen Begründungen entzieht sich die Stadt selbst der Verpflichtung, die sie privaten Denkmaleigentümern abverlangt: achtsam mit unserem Kulturerbe umzugehen“, sagt Vorstand Steffen Skudelny. Die Stiftung gilt als größte private Organisation für Denkmalpflege in Deutschland. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

In einer Mitteilung richtet die DSD einen Appell an die Entscheider, „diesen kostbaren Denkmalbestand nicht leichtfertig für eine nicht nachhaltige Symbolpolitik zu opfern“. Laut Stiftung gehe es um 0,25 Prozent des gesamtstädtischen CO2-Ausstoßes. „Der Energieverbrauch für die Umrüstung oder den Ersatz von Leuchtköpfen und Masten, die Entsorgung und Neuproduktion wird ignoriert, Ressourcen unnötig vergeudet – das Gegenteil von Nachhaltigkeit.“ Mit Denkmalpflege wiederum sei ein schonender Umgang mit Ressourcen möglich. Die Stadt Düsseldorf wiederum „pflege dagegen eine eigentlich überholte Wegwerfmentalität“.

Die DSD weist zudem darauf hin, dass die Gaslaternen erst 2020 unter Denkmalschutz gestellt und 2021 mit Bundesmitteln in Höhe von 400.000 Euro instandgesetzt worden seien. „Das Gaslaternennetz dokumentiert die bedeutende Rolle Düsseldorfs als Innovationsstandort und führender Röhrenstadt in der Zeit der Industrialisierung.“ Der Verlust des Denkmalwerts werde billigend in Kauf genommen.

Die Stadt führt in der aktuellen Beschlussvorlage für die Politik aus, dass „das Technische Denkmal seine technikhistorische Bedeutung sowie seinen Denkmalstatus verlieren“ wird. Durch den Erhalt der Optik mittels Um- und Nachbauten werde das durch die „typischen Gasleuchten geprägte Stadtbild an den meisten Stellen erhalten werden können“.

Die DSD hatte bereits auch den offenen Brief an Oberbürgermeister Stephan Keller, die Fraktionen des Stadtrats und den nordrhein-westfälischen Landtag unterschrieben, der von Initiativen wie dem Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz sowie der Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine veröffentlicht worden war.

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