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Düsseldorfer Waffenproduzent: Protest vor Rheinmetall-Zentrale angekündigt

Düsseldorfer Waffenproduzent : Protest vor Rheinmetall-Zentrale angekündigt

Rüstungsgegner haben zu einem Protest vor der Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf aufgerufen. Kritisiert werden Waffenlieferungen aus Deutschland in Kriegs- und Krisengebiete. Der Protest soll am Dienstag stattfinden.

Die Stiftung Ethik und Ökonomie, ethecon, ruft am Dienstag zu einer Kundgebung vor der Düsseldorfer Konzernzentrale des Rüstungsunternehmens Rheinmetall auf. Zur Jahreshauptversammlung der Aktionäre werde um „fünf vor zwölf“ der Forderung nach einem Stopp von Rüstungsexporten Nachdruck verliehen, kündigte die Stiftung am Montag in Düsseldorf an.

Deutschland brauche schnellstmöglich ein Rüstungskontrollgesetz, das jegliche Waffenlieferungen in Kriegs- und Krisengebiete verbietet, hieß es. Die Aktionäre von Rheinmetall seien aufgerufen, „ihre blutgetränkten Aktien“ zurückzugeben. Durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine könne Rheinmetall seine tödlichen Geschäfte aktuell ausweiten, kritisierte die Stiftung.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges rechnet Rheinmetall weiterhin mit deutlich anziehenden Geschäften in diesem Jahr. Im ersten Quartal sei das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Millionen Euro auf 92 Millionen Euro gestiegen, teilte Rheinmetall mit. Der Nettogewinn stieg um drei auf 61 Millionen Euro. Der Umsatz wiederum blieb mit rund 1,3 Milliarden Euro in etwa gleich.

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Der Rüstungskonzern hatte schon kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eine Liste relativ schnell verfügbarer Militärprodukte vorgelegt, darunter Panzer, Lastwagen und Munition. Die Düsseldorfer Waffenschmiede hofft darauf, dass der Bund zumindest bei einem Teil der Produktliste zugreift.

Zudem dürfte Rheinmetall angesichts der Bedrohungslage durch Russland auch aus anderen Staaten mehr Aufträge bekommen. An die Ukraine will der Rüstungskonzern Marder-Schützenpanzer und Leopard-Kampfpanzer liefern - beide angebotenen Exemplare sind alt, sollen aber modernisiert werden. Firmenchef Papperger wertete die Quartalszahlen am Freitag als Beleg, dass Rheinmetall seinen erfolgreichen Kurs fortsetze.

Am Dienstag findet die virtuelle Hauptversammlung des Konzerns statt.

(csr/epd)