Düsseldorfer tauschen noch oft D-Mark

Alte Währung: Düsseldorfer tauschen noch oft D-Mark

In Deutschland sind noch immer mehr als zehn Milliarden Mark im Umlauf. Auch in Düsseldorf taucht die ehemalige Währung immer wieder auf.

Für Studenten ist das Geld oft knapp. Umso gelegener kam es also dem jungen Düsseldorfer, als er auf dem Sperrmüll ein einigermaßen gut erhaltenes Sofa fand. Noch größer war seine Überraschung, als er, vernäht in den Polstern, Geld fand. Mehr als 1000 D-Mark. Er brachte sie zur Bank und nahm eine stattliche Summe in Euro mit.

Fälle dieser Art sind nicht ungewöhnlich für Ralf Zimmermann von der Düsseldorfer Filiale der Deutschen Bundesbank. Jeden Tag kommen Menschen in die Bank, um alte Mark-Scheine und Münzen umzutauschen. Bei allen Zweigstellen der Bundesbank ist dies kostenfrei möglich, auch in Düsseldorf an der Berliner Allee. Dabei kann jede Summe umgetauscht werden, und der Service soll dauerhaft zur Verfügung stehen.

Ralf Zimmermann zeigt alte D-Mark-Scheine. Foto: Andreas Bretz

25 Mal D-Mark pro Tag

Die Menschen machen eifrig Gebrauch von dem Angebot: Allein in Düsseldorf geben heute, 16 Jahre nach der Einführung des Euro, noch 25 Menschen pro Tag D-Mark ab. Im Durchschnitt handelt es sich um Summen von umgerechnet 600 Euro pro Person, was bedeutet, dass die Bundesbank allein in Düsseldorf täglich etwa 15.000 Mark bekommt. Der offizielle Wechselkurs liegt wie zur Einführung festgesetzt bei 1 zu 1,95583. Im ersten Quartal wurden allein in der Landeshauptstadt mehr als eine Million Mark gegen Euro umgetauscht.

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"In den meisten Städten werden in den letzten Jahren eher mehr Mark abgegeben als weniger", sagt Zimmermann. "Das meiste Geld kommt aus Nachlässen oder wird beim Renovieren gefunden." Vor allem ältere Menschen haben oft noch D-Mark-Vorräte, teils als Erinnerung, teilweise im Glauben, sie noch irgendwann brauchen zu können. Zuweilen wurde der "Notgroschen" auch einfach vergessen. Irgendwann finden die Hinterbliebenen das Bargeld und entschließen sich, es umzutauschen. Auch in alter Bekleidung werden immer wieder Mark gefunden, die dort versteckt wurden. "Auch im Ausland ist noch viel altes deutsches Geld", sagt Zimmermann. Häufig bringen Touristen Vorräte an D-Mark mit. "Zu Messe-Zeiten tauschen wir deutlich mehr Geld um."

Zehn Milliarden Mark bundesweit im Umlauf

Obwohl der Rücklauf so hoch ist, sind bundesweit noch mehr als zehn Milliarden Mark im Umlauf. "Wo sie sind oder was mit ihnen passiert ist, lässt sich aber nicht mehr feststellen", sagt Zimmermann. Die Summe ist berechnet aus der Differenz der Summe, die zu D-Mark-Zeiten gedruckt wurde, und der Summe, die bisher an die Banken zurückgeflossen ist. Ein Teil dieses Geldes befindet sich vermutlich im Ausland, ein anderer Teil ist verloren gegangen oder zerstört worden, der Rest dürfte sich noch in deutschen Haushalten befinden.

Eine Zeitlang hatten auch einige Händler noch die Möglichkeit der D-Mark-Zahlung angeboten. Das Interesse daran war aber nicht mehr sehr groß.

(RP)
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