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Düsseldorfer Tageseltern sorgen sich wegen Corona um ihre Existenz

Viele haben schon Einbußen : Tageseltern bangen um ihre Existenz

In den Kindertagespflegen werden zurzeit nur die Kinder von Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen betreut. Viele Tageseltern sind besorgt, ob sie vom Jugendamt auch dann noch bezahlt werden, wenn die verordnete Schließung länger andauert.

Tina Groß betreibt am Florapark eine Großtagespflege. In diesen Tagen betreut sie in ihrem „Cosy Club“ in Bilk allerdings nur ein Kind, dessen Eltern Ärzte sind. Seit der Schließung aller Tagespflegeeinrichtungen im Rahmen der Corona-Schutzmaßnahmen Mitte März, ist die Düsseldorferin, die sonst in einem Dreierteam arbeitet, verunsichert und besorgt. Wie viele zurzeit in der Branche. 

Dass die verordnete Schließung  länger dauert, damit rechnen viele Tageseltern und auch Eltern. „Werden wir von der Stadt weiterbezahlt oder gilt die Zusage nur bis zum 19.  April?“ Zudem beklagt sie, bei ihrer Arbeit als Tagesmutter keine Sicherheitsabstände einhalten zu können. Bei all den Danksagungen in diesen Tagen für Pfleger, Ärzte oder Supermarkt-Mitarbeiter werde die Arbeit von Kinderbetreuern nicht gewürdigt , obwohl eben auch sie „einen Riesenbeitrag leisten“.

Eine andere Tagesmutter, die anonym bleiben möchte, findet, dass der bürokratische Aufwand zugenommen habe, dass man etwa dem Jugendamt genau dokumentieren müsse, an welchen Tagen man tatsächlich eine Notbetreuung für Eltern in den sogenannten systemrelevanten Berufen geleistet hat (und das in Stunden). Eine andere Betreuerin ist verärgert, dass sie für zwei Kinder, deren Betreuungsverträge Mitte März beginnen sollten, keine Bezüge vom Jugendamt erhalten soll: „Das ist ein enormer finanzieller Verlust, den ich auch nicht mehr aufholen kann!“

Die Stadt kündigt auf Anfrage unserer Redaktion Hilfen für den Fall an, dass die Schließung der Kindertagespflegen über den 20. April hinaus angeordnet wird. „Dass es Hilfen gibt, ist sicher“, sagt ein Sprecher. Über „Maß und Umfang“ werde aktuell allerdings noch beraten. Die Stadt strebe eine „generelle Lösung an“, da man die Infrastruktur von rund 4000 Tagesplätzen sichern wolle: „Es kann aber nur eine gemeinsame Lösung von Bund, Land und Kommune geben“. Der Sprecher verweist zudem auf das Sozialdienstleister-Einsatz-Gesetz, das Maßnahmen und Rahmenbedingungen beinhalte, die eventuell als Rettungsschirm fungieren könnten.

Zudem stellt die Stadt klar, dass Tageseltern nur Zahlungen für die Betreuungsplätze bekommen, die bereits vor dem 13. März „belegt“ waren. „Aufnahmen nach dem 13. März 2020 sind nur dann erlaubt, wenn die Verträge gültig und die Kinder solche von Eltern der kritischen Infrastruktur sind. Diese Belegungen werden auch finanziert.“ Wer also mit Eltern einen Vertrag für eine Betreuung nach diesem Datum abgeschlossen hatte (etwa für Anfang April), kann nicht auf  Leistung hoffen. Bei Fragen könne man sich an das Jugendamt, Sachgebiet Tagespflege, wenden, das montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr erreichbar sei (Tel. 0211 8995134, E-Mail: kita@duesseldorf.de).

Bei all den wirtschaftlichen Sorgen um die Existenz sorgt sich Tina Groß aber auch um die Kinder, die sie sonst in ihrem „Cosy Club“ betreut: „Ich mache mir Gedanken darüber, wie die Kinder nach so einer langen Pause wohl reagieren.“