1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorfer Stadtdechant Hennes beurlaubt: „Ein tief greifender Vertrauensverlust“

Düsseldorfer Stadtdechant Hennes beurlaubt : „Ein tief greifender Vertrauensverlust“

Im Entwurf für eine Erklärung über den Fall des wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung suspendierten Düsseldorfer Stadtdechanten Hennes spricht das Erzbistum von einem tiefgreifenden Vertrauensverlust. Für dessen Aufgaben in St. Lambertus gibt es einen Nachfolger.

Das Erzbistum Köln hat Joachim Decker, seit 19 Jahren Pfarrer in Eller und Lierenfeld, mit sofortiger Wirkung zum Pfarrverwalter an St. Lambertus ernannt. Der 59-Jährige übernimmt damit Teile der Aufgaben des beurlaubten Stadtdechanten Ulrich Hennes.

Gegen den 56-jährigen ranghöchsten Seelsorger der Landeshauptstadt wurde der Vorwurf der sexuellen Belästigung eines erwachsenen Praktikanten erhoben. Das Erzbistum Köln hat den Hinweis an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet sowie ein innerkirchliches Verfahren eröffnet, betont aber auch die Unschuldsvermutung. Hennes selbst sagt, er sei unschuldig.

 Joachim Decker wird Pfarrverwalter an St. Lambertus.
Joachim Decker wird Pfarrverwalter an St. Lambertus. Foto: Anne Orthen (ort)/Orthen, Anne (ort)

Die Nachricht erreichte Decker auf einer Konferenz der leitenden Pfarrer der Kölner Diözese. „Meine wichtigste Aufgabe ist es, Ruhe in die aufgewühlte Innenstadt-Gemeinde zu bringen“, sagte er unserer Redaktion.

Am Freitag will er erste Gespräche mit dem Seelsorgeteam der Pfarrei, zu der auch die Kirchen St. Maximilian, St. Andreas und St. Mariä Empfängnis gehören, führen. „Sicher werde ich auch mal die Messe halten, alles Weitere wird in den kommenden Tagen geklärt.“ Das Ausmaß der kirchenweiten Krise rund um das Thema Übergriffe belaste ihn. „Das habe ich nicht für möglich gehalten.“

Am Wochenende wird eine Erklärung des Erzbistums in allen Düsseldorfer Gottesdiensten verlesen. In einer am Donnerstag an die Gemeinden versandten Fassung dieses „Proklamandums“ werden die Gläubigen gebeten, die unabhängige Prüfung der Vorgänge abzuwarten. „Verunsicherung und ein tief greifender Vertrauensverlust sind die bleibenden Spuren“, heißt es weiter.