Düsseldorfer Stadtangestellte beklagen viele unbesetzte Stellen

Personalversammlung der Stadt : Stadtangestellte beklagen viele unbesetzte Stellen

Bei der Personalversammlung der Verwaltung kritisierten die Anwesenden, dass 1000 Stellen weiter offen sind.

Die städtischen Mitarbeiter ärgern sich darüber, dass sie zu wenige Kollegen haben. Das war der Tenor auf der Personalversammlung der Stadtverwaltung in der Mitsubishi Electric Halle. „Ich komme seit vielen Jahren zu diesen Veranstaltungen“, sagte ein Mitarbeiter des Sozialamtes. „Wir diskutieren diese Zahl der unbesetzten Stellen jedes Jahr und nichts ändert sich. Egal ob der Oberbürgermeister Erwin, Elbers oder Geisel heißt.“ Aus dem Publikum gab es dafür viel Zuspruch.

Tatsächlich sind noch immer 1000 Stellen in der Stadtverwaltung unbesetzt. Eine Belastung, nicht nur für die Gesundheit der Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr gingen 70 Überlastungsanzeigen bei den Dezernenten ein. Jedoch konnte nur auf 14 mit einer schnellen Abhilfe reagiert werden, wie Personalrat Bernd Wappler mitteilte. Im Bereich der stationären Pflege beim Amt für Soziales lässt die Bearbeitung einer solchen Anzeige sogar bereits seit drei Jahren auf sich warten, erklärte eine Mitarbeiterin.

Die fehlenden Arbeitskräfte zeigen sich auch in den überfüllten Wartesälen der Ämter. Möglicherweise einer der Gründe, warum die städtischen Beschäftigten nach wie vor zunehmend mit aggressivem Verhalten, Bedrohungen bis hin zu tätlichen Angriffen vonseiten mancher Bürger konfrontiert werden. Immerhin führte die Häufung dieser Fälle zu einer geschlossenen Rahmendienstverhandlung zwischen Personalrat und Verwaltungsspitze im vergangenen Jahr, die unter anderem zur Schaffung einer Notfallkarte als Leitfaden für gefährliche Situationen führte.

Auch eine stille Alarmierungssoftware wurde für viel Geld angeschafft. Deren Umsetzung sei allerdings noch nicht erfolgt. Unter anderem, weil die Software nicht gleichzeitig mehrere Ämter in einem Gebäude abdecken könne, bemängelt Personalrätin Britta Tessareck. „Obwohl die Mittel zu einem verwaltungsweiten Einsatz theoretisch da sind.“ Dafür benötige es aber eine aufwendige IT-Administration in den Gebäuden – eine weitere Stelle, die nach wie vor unbesetzt ist.

Immerhin lobte der Personalrat die Übernahme von 90 Prozent der jährlich 250 neuen Auszubildenden. Wiederum gehen jedoch auch doppelt so viele Mitarbeiter in Rente. Besonders dramatisch sei der Schwund in den Kindertagesstätten, wo zwar 1000 neue Plätze für Kinder geschaffen wurde, gleichzeitig aber 130 Stellen abgebaut wurden.