Düsseldorfer Schüler wollen nach dem Unterricht weiterlernen

Projekt Kids United besucht die Redaktion: Jugendliche fordern mehr Selbstlernzentren

Was bewegt junge Düsseldorfer? Darüber sprachen Schüler des Luisen-Gymnasiums und der Theodor-Litt-Realschule, die am Unicef-Projekt „Kids United“ teilnehmen, mit der Redaktion.

Neugierde ist eine, wenn nicht die wichtigste Grundvoraussetzung für guten Journalismus. Das war den sieben Schülern schon klar, bevor sie für anderthalb Stunden die Düsseldorfer Lokalredaktion besuchten. Über das, was man schreibt, wie man sauber und gründlich recherchiert, aber auch über die Grenzen des Druckbaren fragten sie bei einem Rundgang Redakteure und Reporter aus. Dann gaben sie selbst jede Menge Anregungen. Über das, was sie bewegt. Und über das, worüber die Lokaljournalisten bald einmal schreiben sollten.

Lernzentren Dass Jungen und Mädchen die Schule zumindest am Nachmittag lieber so früh wie möglich von außen sehen, ist offenbar ein Vorurteil. Denn Möglichkeiten, nach Unterrichtsende in Ruhe weiter lernen zu dürfen, standen weit oben auf der Agenda der jungen Besucher. „In unseren Schulen gibt es kaum Möglichkeiten, für sich selbst zu lernen. Es fehlt einfach so etwas wie eine größere Bücherei mit zusätzlichen Studienplätzen, so wie man das beispielsweise aus den Universitäten kennt“, gibt Rajia Okbih (15) zu bedenken, die in die neunte Klasse des Luisen-Gymnasiums in der City geht. Diesen Vorstoß begrüßt auch Stephanie Schmack, Lehrerin in der 7b der Urdenbacher Theodor-Litt-Realschule: „Bei uns gibt es ja ein Selbstlernzentrum, das aber nicht nach dem Unterricht verfügbar ist. Ich habe es erlebt, dass zwei Schüler mich gefragt haben, ob sie in ihrer freien Zeit zu mir in die Klasse kommen und dort lernen können. Daher halte ich die Idee für gut.“ Warum ein solcher Platz für viele Schüler Sinn macht, begründet Rajia Okbih: „Irgendwie ist man zu Hause abgelenkt, vor allem wenn jüngere Geschwister mit in der Wohnung leben.“

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Digitalisierung Die lebhafte Diskussion bringt schnell ein weiteres Thema an die Oberfläche: die Digitalisierung an den Düsseldorfer Schulen. Große Unzufriedenheit gibt es – zumindest unter jenen, die an diesem Tag die Redaktion besuchen – nicht. Nur einer findet, dass ganz dringend nachgerüstet werden muss. „Unsere Schule ist einigermaßen gut ausgestattet. Wir haben Laptops und zwei Whiteboards, aber gerade die Whiteboards halte ich eher für unnötig“, sagt Maryam Berrahou (14), die auch auf das Luisen-Gymnasium geht, „nicht zuletzt, weil die Technik auch ziemlich oft versagt“. Was natürlich so nicht sein sollte, aber am Ende fühle sie sich mit einem Stück Kreide „irgendwie wohler“. Etwas kritischer sieht das Klassenkamerad Oswin Ghione (14): „Es gibt immer wieder Fehler in der Technik. Das eine Mal stürzt der Computer ab, ein anderes Mal ist der Akku leer.“ Einen Vorteil bei den digitalen Tafeln benennt Helena Brauer (14). Sie wirft ein, „dass die Bücher und Hefte oft ziemlich schwer sind. Da helfen Laptops und Co“. Vollständige Digitalisierung in der Schule sei aber ihrer Einschätzung nach „trotzdem kein Muss“.

Baumaßnahmen Ein anderes Thema spricht Alice Kim Di Biasi (12), die in die 7b der Theodor-Litt-Realschule geht, an: Das Gelände in Urdenbach soll 2019 verkleinert werden. auf dem neu gewonnenen Platz sollen Wohnhäuser etnstehen. „Ich verstehe nicht, warum die neue Fläche nicht für uns genutzt wird. Man könnte einen Fahrstuhl für Kinder mit Handicap anbauen oder den Platz noch für weitere Freizeitaktivitäten freigeben.“

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