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Düsseldorfer Schüler werben für den sicheren Weg zur Schule

Schulwege-Sicherheit : Schüler und Eltern werben für einen sicheren Schulweg

Wer sein Kind mit dem Auto bis zum Schultor bringt, riskiert schlimme Unfälle. Eine Initiative fordert, dass Heranwachsende zumindest das letzte Stück zu Fuß gehen.

Ein sicherer Schulweg zählt zu den drängendsten Problemen in einer pulsierenden Metropole wie Düsseldorf. Während einer 14-tägigen Schwerpunkt-Kontrolle gleich nach Schulbeginn hatten Mitarbeiter des Ordnungsamts mehr als 2000 Falschparker-Verstöße festgestellt. 57 mal war sogar der Abschleppwagen angerückt. Zu den Falschparkern zählen häufig Eltern, die ihre Kinder bis vor das Schultor fahren. Das Gedränge zu den neuralgischen Bring- und Abholzeiten kann sogar lebensgefährlich sein.

„Deshalb wollen wir, dass die Kinder in jedem Fall das letzte Stück ihres Weges zu Fuß gehen“, sagt Doris Bock von der Elterninitiative Schulweghelden. Wie das künftig noch besser funktionieren kann, zeigten am Dienstag, dem „Zu-Fuß-zur-Schule-Tag,“ Jungen und Mädchen der Sternwart- und der Bonifatiusschule an der Aachener Straße. Unterstützt von ihren Lehrern und dem Amt für Verkehrsmanagement malten sie gelbe Füße auf den Gehsteig. Markierungen, die den Weg zu den Grundschulen am Dahlacker weisen.

Ausgangspunkt für den Pfad ist eine „Kiss-and-Go-Zone“. In dieser Ausbuchtung am Straßenrand können Eltern ihren Nachwuchs absetzen. Das letzte Stück legen die Grundschüler dann zu Fuß zurück. Häufig warten am Morgen ein paar Schüler an der besonderen Haltestelle aufeinander. Und bei den Jüngeren begleitet auch mal eine Mutter oder ein Vater den Nachwuchs.

Dass Eltern-Taxis für Unübersichtlichkeit sorgen, weiß auch Nils. „Wenn es zu viele parkende Autos gibt, können wir den Verkehr auf der Straße gar nicht mehr richtig erkennen“, sagt der Viertklässler. Doris Bock hat Verständnis für Berufstätige, die im Stress sind, und deshalb morgens ihr Kind mit dem Auto bringen. Von einem erhobenen Zeigefinger in deren Richtung hält sie nichts. „Aber man muss auf keinen Fall bis vor die Schule fahren“, sagt sie.

Zumindest am „Walk-to-school-day“ ist die Botschaft bei den Eltern angekommen. Denn an diesem Morgen wurde vor den beiden Grundschulen genau nachgezählt, wer mit dem Auto gebracht wird. Mehr als 90 Prozent der Jungen und Mädchen kamen zu Fuß, mit dem Roller oder dem Rad. „Das ist ein gutes Ergebnis“, finden die Schulleiterinnen Christine Schilmar und Friederike Niehaus.