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Düsseldorfer Schausteller Bruno Schmelter gestorben

Trauer um verstorbenen Düsseldorfer Schausteller : „Wo Kirmes war, war auch Bruno Schmelter“

Der Düsseldorfer Schausteller Bruno Schmelter ist am Mittwoch im Alter von 76 Jahren gestorben. Über 30 Jahre lang war er im Schaustellerverband aktiv, engagierte sich darüber hinaus als Präsident des Karnevalsvereins Narrencollegium.

Es ist noch nicht so lange her, da hat Bruno Schmelter noch in der Redaktion angerufen und wollte eine Erinnerung teilen. Es sei gar nicht das erste Mal, dass die große Kirmes am Rhein abgesagt werde – das habe es schon mal gegeben: Wegen der Kinderlähmung, irgendwann in den 1970ern. Wann das genau war, wusste Bruno Schmelter nicht mehr. Aber eins ist sicher: Er war auf jeden Fall dabei, auch, als die Kirmes im Herbst nachgeholt wurde. Denn Schmelter ist eine Kirmes-Legende. Oliver Wilmering, Vorsitzender des Schaustellerverbandes, bringt es auf den Punkt: „Wo Kirmes war, war auch Bruno Schmelter.“

Und weil Schmelter ein Schausteller mit viel Herzblut war, der sich für seine Kollegen und die Branche über Jahrzehnte eingesetzt hat, zeichnete ihn der Schaustellerverband im vergangenen Jahr auf der Großen Kirmes für seine Verdienste und seinen Einsatz über mehr als 50 Jahre mit der seltenen Goldenen Ehrennadel aus. Bruno Schmelter war mehr als 30 Jahre Vorsitzender des Düsseldorfer Schaustellerverbandes, zuvor schon auf anderen Positionen im Vorstand aktiv. Es war auch Bruno Schmelter, der vor mehr als 20 Jahren die Frühlingskirmes an der Tonhalle ins Leben gerufen hatte.

Aber Schmelter und seine Familie – dazu gehören die Töchter Kirsten und Konstanze sowie deren Kinder und die Enkelkinder – sind über all die Jahre nicht nur im Sommerbrauchtum aktiv. Auch die Weihnachtsmärkte wären ohne die Schmelters und ihre Fahrgeschäfte und Attraktionen nicht denkbar. Allein die Glühweinpyramide an der Flinger Straße, das Puppenspiel oder die Karussells und der kleinere Markt von den Bilker Arcaden gehören zum Stadtbild im Advent dazu. Und weil er so viel für die Weihnachtsmärkte getan hatte, sollte Schmelter zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes in diesem Jahr – wenn er denn stattfindet – vom Oberbürgermeister mit einer Urkunde ausgezeichnet werden.

Der Schausteller lebte zuletzt auf dem Gelände des Märchenwalds Ittertal, den er 2002 übernommen und im vergangenen Jahr wieder verkauft hat. Er war damit beschäftigt, das Gelände zu räumen und das Inventar zu verkaufen. Bruno Schmelter war bis zuletzt aktiv – trotzdem er in den letzten Jahren unter anderem an den Folgen einer unentdeckten Borreliose litt. Noch in dieser Woche hatte er seine Schaustellerkollegen besucht. Am Mittwoch wurde er ganz plötzlich ins Krankenhaus gebracht, nur wenige Stunden später ist er dort gestorben.