Düsseldorfer Rheinbahn startet 2018 Metrobuslinien

Neues Angebot der Rheinbahn: So funktionieren die neuen Metro-Busse

Nach den Ferien kommt die größte Netzumstellung seit der Wehrhahn-Linie. Die Rheinbahn will mit den Schnellbuslinien eine bekannte Schwäche beseitigen.

Die Rheinbahn baut nach den Ferien ihr Angebot aus: 1,6 Millionen Kilometer zusätzlich werden Busse und Bahnen pro Jahr absolvieren. Die wichtigste Neuerung sind die Metrobusse. Die Übersicht:

Was ist das Konzept der Metrobusse? Die Linien M1, M2 und M3 verkehren ab 29. August in einem Ring um die Innenstadt. Sie sollen eine Lücke im Netz schließen: Die Strecken der meisten Bahn- und Buslinien laufen aus den Außenbezirken in die Innenstadt. Die Analysen des Verkehrsunternehmens haben aber ergeben, dass sich das Wachstum in Düsseldorf stark in den Außenbezirken abspielt, sowohl im Wohnungsbau als auch bei Arbeitsplätzen. Zugleich hat das Netz dort Schwächen: Wer von einem Außenbezirk zum anderen will, muss oft einen Umweg über die Innenstadt in Kauf nehmen und dort umsteigen. Diesen Mangel sollen die Metrobuslinien beheben – und so für kürzere Fahrzeiten sorgen. Sie halten zudem nicht an jeder Station, sondern im Schnitt an jeder dritten, insbesondere sind das die wichtigen Umsteigebahnhöfe. Auch das spart Zeit.

Wie viel Zeitersparnis bringen die Busse? Das hängt stark von der Strecke ab, wie sich schon jetzt in der digitalen Fahrplanauskunft der Rheinbahn nachschauen lässt. Dazu muss man einfach das Datum auf 29. August oder später setzen. Auf manchen Verbindungen sind Zeit- und Komfortgewinn erheblich: Eine Fahrt vom Nikolaus-Knopp-Platz (Heerdt) zur Heinrichstraße (Mörsenbroich) zum Beispiel dauert bislang mit einem Umstieg (U75/834) rund eine halbe Stunde, mit dem M2 werden es in direkter Verbindung laut Fahrplan 18 Minuten sein. Eine Fahrt von der Burgmüllerstraße (Grafenberg) zur Urdenbacher Allee (Benrath) dauert mit 33 Minuten zwar etwa genau so lange wie heutige Verbindungen, es entfallen aber die beiden Umstiege, die bislang nötig sind. Auf anderen Verbindungen sind die bisherigen Wege allerdings sogar überlegen – Fahrgäste sollten sich also über ihre Strecken genau informieren.

Was auch Zeit bringt: Rheinbahn und Stadt verbinden mit den Metrobussen ein Beschleunigungsprogramm. An insgesamt 23 Stellen im Stadtgebiet werden Ampeln optimiert, Spurführungen verändert oder typische Zeitfresser entfernt, etwa indem das Falschparken an Engstellen durch Blumenkübel verhindert wird. Stadt und Rheinbahn wollen auch andere Linien durch solche Eingriffe stärken. Insbesondere die Ampeln stehen im Fokus. Die Umrüstung läuft allerdings nicht so schnell wie erhofft – unter anderem, weil die Verwaltung händeringend nach Fachleuten für das Spezialgebiet sucht.

Welche Busse setzt die Rheinbahn ein? Rheinbahn-Vorstand Michael Clausecker verspricht einen Standard wie bei einer Stadtbahn: Zum Einsatz kommen neue Gelenkbusse, erstmals mit vier Türen. An den Stationen öffnen alle Türen, das Vorzeigen des Tickets beim Fahrer entfällt. Die Busse verfügen über größere Zonen für Kinderwagen oder E-Scooter als ältere Modelle, darüber hinaus über einen USB-Steckplatz an jedem Sitz und über WLAN. Auch die Haltestellen werden aufgewertet, etwa durch digitale Anzeigen und Wartehäuschen. Dafür läuft ein Ausbauprogramm. Die Fahrgäste sollen die Busse zudem von weitem erkennen können: Sie erhalten eine spezielle Gestaltung mit großen „M“ an verschiedenen Stellen der Karosserie.

Was plant die Rheinbahn noch? Die zweite große Neuerung betrifft den Abendverkehr: Die Stadtbahnlinien U72, U73, U75, U77, U78 und U79 sind künftig bis 21 Uhr so häufig unterwegs wie tagsüber, bislang wurde der Verkehr bereits ab 19 Uhr eingeschränkt. Das bedeutet: Sie werden weiterhin alle 10 Minuten fahren, die U77 alle 20 Minuten. „Wir werden dadurch den Erwartungen der Fahrgäste in einer Großstadt besser gerecht“, sagt Clausecker. Darüber hinaus wird der Takt einiger Buslinien verdichtet oder die Strecke verlängert.