Bundesweiter Aktionstag Düsseldorfer protestieren gegen Fluglärm

Düsseldorf · Bei einem bundesweiten Aktionstag für Nachtruhe protestierten am Samstag rund 200 Fluglärmgegner am Düsseldorfer Flughafen. In einem Sternmarsch zogen die Protestler zum Flughafen. Neben der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Bärbel Höhn, sprach bei der Demo auch der zweite Khaled Hussein, zweiter Vorsitzender der Initiative "Bürger gegen Fluglärm".

Rund 150 Demonstranten versammelten sich am Samstag pünktlich um 16 Uhr zu einer Demo im Terminal B am Düsseldorfer Flughafen. Sie fordern unter anderem ein Nachtflugverbot zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Grünen-Politikerin Bärbel Höhn sagte, die Demonstration sei eine "sehr wichtige Aktion" und es sei "wichtig, dass sie hier ihre Interessen vertreten. Wir brauchen unsere Nachtruhe." Die stellvertretende Vorsitzende der Bundes-Grünen sprach sich außerdem für ein gemeinsames Konzept der Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf aus. "Es ist ein Kampf gegen eine harte Lobby", so Höhn.

Mit Gesang und Klatschen stimmten sich die Protestler auf die Demo ein. Auch Silke Flesch (47) aus dem Stadtteil Unterrath war mit ihrer Familie vor Ort. "Wir sehen es nicht mehr ein, dass man uns Situationen eröffnet, ohne uns zu schützen", sagt Flesch. Sie ist vor allem durch das neue Vorfeld West betroffen. "Je nach Wetterlage ziehen die Abgase direkt in die Siedlung rein. Für uns und die Kinder ist das eine zunehmende Belästigung", sagt Flesch.

Uwe Schwalbach (40) aus Unterrath will sich vor allem dafür stark machen, dass die zulässigen Stickstoffdioxidwerte untersucht werden. "Es wird Zeit, dass sich die zuständigen Behörden da endlich bewegen."

Khaled Hussein, zweiter Vorsitzender des Vereins "Bürger gegen Fluglärm" betonte, dass Flugzeuge einer der stärksten Umweltverschmutzer seien. "Wir kämpfen für eine gute Sache und wir kämpfen zu Recht", sagte Hussein. "Die Gesundheit ist unser höchstes Gut, das müssen wir erhalten und schützen."

"Lärm macht krank" oder "Das Ohr schläft nicht" war auf den vielen Plakaten der Demonstranten zu lesen. Gudrun König aus Kaarst ist wegen des Fluglärms schon mal umgezogen. "Ich konnte den Garten oder Balkon gar nicht mehr nutzen. Man konnte sich draußen gar nicht mehr unterhalten, so laut war es", schimpft sie. "Man musste alle Türen immer geschlossen halten."

Auch Ralf Schmitz (48) aus Meerbusch demonstrierte am Samstag. Er möchte am Wochenende länger schlafen können, ohne um sechs Uhr von Fluglärm geweckt zu werden. "Diese Ausnahmen mit Flügen nach 23 Uhr bringen mich auf die Palme", sagt er.

Auch an den Flughäfen in Berlin, Köln, Leipzig und München gab es am Samstag Demos gegen Fluglärm.

(sap)