Düsseldorfer Muslime haben an Neujahr am Rheinufer aufgeträumt

Aktion : Muslime säubern das Rheinufer

40 Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde haben Reste der Silvesternacht entfernt.

Das neue Jahr begann in Düsseldorf trüb, regnerisch und mit viel Müll auf den Straßen. Schon früh waren die Arbeiter der Abfallbeseitigung am Rheinufer unterwegs, um die Reste von Böllern, Raketen und Flaschen zu entsorgen – unterstützt von rund 40 Mitgliedern der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde.

„Der Islam lehrt die Liebe zur Heimat und auch die Bedeutung von Ordnung“, erzählt Rehmat Bashir Janjua, Leiter der Jugendorganisation der Gemeinde, unter dessen Anleitung die Männer zwischen 20 und 60 Jahren mit Müllsäcken und Zangen am Rheinufer unterwegs waren.

Die Gemeinde, die in Düsseldorf etwa 170 Mitglieder hat, sieht in der Aktion nicht nur eine spirituelle Pflicht ihrer Stadt gegenüber, sondern auch eine Chance zum Dialog. „Der Islam hat in Deutschland leider manchmal mit Anfeindungen zu kämpfen“, sagt Janjua, „aber wir glauben dass man die Barrieren brechen und lernen kann, miteinander zu leben.“ Bereits seit mehr als 20 Jahren gibt es daher die Aufräum-Aktion an Neujahr, außerdem engagiert sich die Ahmadiyya-Gemeinde in der Obdachlosenhilfe und organisiert Blutspenden.

„Wir haben hier in Düsseldorf eine Heimat gefunden und wollen dafür etwas zurückgeben“, sagen die Mitglieder der Gemeinde auf die Frage, was sie dazu bewegt hat, am 1. Januar so früh auf den Beinen zu sein. Das Müllsammeln leiten die Muslime mit einem kurzen gemeinsamen Gebet ein. Die Feiernden, die ihnen den Abfall hinterlassen haben, verurteilen sie nicht. „Es ist nicht unsere Art, aber jedem das Seine“, sagt Rehmat Bashir Janjua.

Die Ahmadiyya-Gemeinde lädt auch Nicht-Muslime ein, sich mit ihrem Glauben und ihrer Kultur zu beschäftigen. Deshalb sind bei ihrer Neujahrsfeier am 23. Januar im Bürgerhaus Bilk alle Gäste willkommen.