Düsseldorfer Musikhochschule kann nicht umziehen

Akutes Raumproblem : Musikhochschule muss später umziehen

Frust und Enttäuschung an der Robert-Schumann-Hochschule: Frühestens im Herbst 2020 ist der neue Campus auf dem ehemaligen Areal der Hochschule Düsseldorf bezugsfertig. Schuld soll der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb sein.

Es ist ein herber Rückschlag, den die Studierenden und Professoren verkraften müssen: Sie hatten sich darauf gefreut, in diesem Sommer den zweiten Campus der Robert-Schumann-Hochschule (RSH) zu beziehen, der für sie auf dem ehemaligen Areal der Hochschule Düsseldorf (HSD) in Golzheim hergerichtet werden soll. Dort sollten in einem ersten Schritt ein Zentrum mit 51 Übungsräumen, moderne Seminarräume und eine Bibliothek entstehen, für später sind auch ein Konzertsaal mit einer multifunktionalen Bühne und eine Mensa vorgesehen (Gesamtkosten: 15,7 Millionen Euro). Im Ganzen soll die Musikhochschule auf dem Gelände an der Georg-Glock-/Josef-Gockeln-Straße 9000 Quadratmeter erhalten, denn am Hauptstandort Fischerstraße 110 hat man mit 3600 Quadratmetern seit Jahren ein akutes Raumproblem und deswegen Räumlichkeiten an drei weiteren Standorten angemietet.

Doch aus dem Umzug an den zweiten Standort, der einen guten Kilometer vom Campus an der Fischerstraße entfernt ist, wird in diesem Jahr nichts. Das hat für Empörung, aber auch Frust und Enttäuschung gesorgt. Es habe regelrecht gekracht zwischen Hochschule und Bau- und Liegenschaftsbetrieb, sagt RSH-Rektor Raimund Wippermann. Beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) seien die Finanzmittel für das Projekt zu spät freigegeben worden, sagt er. Das sei ärgerlich, zumal dem BLB die Anträge zeitnah vorgelegen hätten und der Mietvertrag für den angemieteten Standort an der Homberger Straße nur bis zum Jahresende abgeschlossen worden war. Erst nach massiver Intervention der RSH seien die Mittel beim BLB schließlich freigegeben worden. Jedoch zu spät, um das Gebäude, das die HSD einst als Forschungsgebäude nutzte, rechtzeitig bis zum Sommer für die RSH umzubauen.

Der BLB weist die Schuld für die Verzögerung von sich: „Der ursprüngliche Terminplan musste aufgrund von nicht durch den BLB verschuldeten Verzögerungen bei den Ausschreibungsverfahren angepasst werden“, sagt eine Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion. Teilweise habe man auf Ausschreibungen keine Angebote erhalten, so dass man erneut ausschreiben musste. „Mit der Folge, dass die Firmen später als ursprünglich in der Planung vorgesehen beauftragt werden konnten.“ Nun gehe man davon aus, bis August 2020 den ersten Bereich für die RSH herrichten zu können.

Vor allem am „Institut für Musik und Medien“ (Musikaufnahme und -informatik, Tonproduktion) sei man über diese Verzögerung nachvollziehbar sehr enttäuscht, sagt Wippermann: Die ursprünglichen Planungen sahen vor, dass der Bereich mit 230 Studierenden als erster am neuen Standort geeignete Räumlichkeiten erhält. Der Fachbereich ist zwar seit Jahren in einem Gebäude auf dem Areal untergebracht, aber eben in Räumen, die die hohen technischen und akustischen Anforderungen für diesen Bereich nicht erfüllen. Da die Hochschule Düsseldorf längst ihren neuen Campus in Derendorf bezogen hat, sei das Gebäude zudem inzwischen nicht nur verwaist, teilweise würden sogar Aufzüge nicht mehr funktionieren, sagt Wippermann. Wann der Bereich umziehen kann, ist zurzeit völlig offen: Denn wann und wie es mit dem zweiten und dritten Bauabschnitt des Projekts weitergeht, ist unklar.

Trotz der Rückschläge will man sich an der RSH die Euphorie für den zweiten Standort nicht nehmen lassen. Seit mehr als zehn Jahren sei man schon in Planungen, sagt Wippermann. Inzwischen ziehe man mit dem BLB auch an einem Strang, sagt RSH-Kanzlerin Cathrin Müller-Brosch. Dieser habe der RSH sogar beim Problem Homberger Straße geholfen, sagt Wippermann: Dort könne die RSH nun so lange bleiben, wie sie will oder muss.

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