Düsseldorfer Konzern: Metro will Real im Frühjahr als Ganzes verkaufen

Düsseldorfer Konzern: Metro will Real im Frühjahr als Ganzes verkaufen

Der Düsseldorfer Handelsriese Metro will beim Verkauf seiner Supermarktkette Real keine Rosinenpickerei einzelner Investoren zulassen. Metro werde Real nur als Ganzes verkaufen.

Das unterstrich Metro-Chef Olaf Koch am Donnerstag in Düsseldorf. Nur einzelne Standorte werde er nicht abgeben. In Medienberichten hatte es zuvor geheißen, der US-Onlineriese Amazon sei an einzelnen Real-Märkten interessiert.

Für die Kette gebe es mehrere Interessenten, machte Koch deutlich: Er sei über Zahl und Qualität der Bieter nicht enttäuscht, sagt er. Metro wolle sich binnen maximal sechs Monaten von Real trennen.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gibt es rund eine Handvoll Interessenten für die Supermarktkette, darunter mindestens ein strategischer Investor. Das „Handelsblatt“ berichtete, der Rivale Kaufland, der wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehöre, habe Interesse signalisiert.

Koch will Real aus dem Metro-Reich verabschieden, um sich auf das Großhandelsgeschäft zu konzentrieren. Dort hat der Konzern in Russland Probleme. Die operative Marge (Ebitda-Marge) dort werde im laufenden Geschäftsjahr sinken, sagte Koch. Im vergangenen Geschäftsjahr lag sie bei 9,4 Prozent.

Die Probleme im Russlandgeschäft und hohe Investitionen in die Digitalisierung werden auch im laufenden Geschäftsjahr zur Belastung. Das operative Ergebnis (Ebitda) werde deshalb im Geschäftsjahr 2018/19 um bis zu sechs Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mit. Der Umsatz soll hingegen um bis zu drei Prozent zulegen. Währungseffekte und Ergebnisbeiträge aus Immobiliengeschäften sind bei den Prognosen ausgeklammert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 (Ende September) entwickelte sich vor allem das Großhandelsgeschäft außerhalb Russlands relativ gut.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging der Umsatz von Metro nicht zuletzt wegen negativer Wechselkurseffekte um 1,6 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich stieg der den Anteilseignern der Metro AG zuzurechnende Gewinn aber um 5,9 Prozent auf 344 Millionen Euro.

(csr/Reuters)
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