Angeblich harmlose Hanfprodukte Düsseldorfer Kioskbesitzerin als Dealerin angeklagt

Düsseldorf · Weil die Hanfprodukte, die sie in ihrem Kiosk anbot, einen zu hohen Wirkstoffgehalt hatten, zeigte das Düsseldorfer Ordnungsamt die Betreiberin an – wegen Drogenhandels.

 Das Düsseldorfer Amtsgericht hatte Verständnis für die beschuldigte Kioskbesitzerin.

Das Düsseldorfer Amtsgericht hatte Verständnis für die beschuldigte Kioskbesitzerin.

Foto: dpa/Volker Hartmann

Das Düsseldorfer Ordnungsamt hat eine unbescholtene Kiosk-Betreiberin als Drogendealerin vor Gericht gebracht. Die Frau hatte frei verkäufliche Hanfprodukte in ihrem Sortiment, die mit einem Wirkstoffgehalt von maximal 0,2 Prozent legal sein sollten. Das Ordnungsamt ließ die bunt verpackten Produkte eines Kölner Unternehmens aber analysieren und kam auf 0,34 Prozent Cannabiol-Wirkstoffgehalt.

Aber nicht die Kölner Unternehmer, gegen die das Verfahren eingestellt wurde, sondern die 37-jährige Kiosk-Frau landete am Donnerstag unter dem Vorwurf des gewerbsmäßigen Drogenhandels schließlich auf der Anklagebank.

„Die Kölner Anbieter wirkten seriös. Ich dachte, das sind eingetragene Firmen, die zahlen Steuern, was soll da nicht stimmen?“, beteuerte die studierte frühere Eventmanagerin. Ihre gesamte Konkurrenz in Düsseldorf habe solche Produkte auch im Angebot gehabt. Sie habe nie etwas mit Drogen zu tun gehabt.

Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft hatte das Amtsgericht ein Einsehen – und stellte das Verfahren gegen die Frau wegen geringer Schuld ein. Trotzdem muss sie als Auflage 500 Euro an die Drogenhilfe zahlen. Die Angeklagte hat dem Büdchengeschäft inzwischen den Rücken gekehrt. Jetzt arbeitet sie als Personalberaterin.

(dpa)
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