Düsseldorfer Kinder lernen Sicherheit im Straßenverkehr

Verkehrserziehung : Kinder lernen, sich sicher im Verkehr zu bewegen

2600 Viertklässler kamen zu den Verkehrssicherheitstagen auf dem Rheinbahn-Betriebshof. Das Training ist nötig, denn auch Kinder lassen sich ablenken – zum Beispiel vom Handy.

Auf dem weitläufigen Betriebshof der Rheinbahn sind überall Kinder unterwegs. Die meisten tragen einen Helm – wenn nicht auf dem Kopf, dann an den Rucksack geschnallt. Bei den Verkehrssicherheitstagen – eine Kooperation zwischen Polizei, Verkehrswacht und Rheinbahn – lernen Kinder durch Übungen und Spiele, sich in unterschiedlichen Situationen im Straßenverkehr richtig zu verhalten. In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt auf der Schulung von motorischen Fähigkeiten und der Konzentration. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Verkehrssicherheitstagen:

Was können die Kinder bei den Verkehrssicherheitstagen lernen? „Die Verkehrssicherheitstage sind wichtiger Bestandteil der Verkehrserziehung“, sagt Ingo Pähler, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement. In dem verkehrspädagogischen Programm lernen die Viertklässler, was sie als Verkehrsteilnehmer können müssen. Sie bekommen zum Beispiel beim Melonentest die Schutzwirkung eines Helms gezeigt, fahren durch einen Fahrradparcours und lernen den toten Winkel aus der Perspektive des Lkw kennen.

Welche typischen Gefahrenstellen gibt es? Katrin Hegemann von der Verkehrswacht berichtet, dass gerade durch die Elterntaxis Gefahren entstünden: „Die Kinder werden auf den letzten Drücker vor die Schule gefahren – dadurch entstehen gefährliche Momente.“ Man setze mit dem Programm bei den vierten Klassen an, damit die Kinder lernten, den Weg zur weiterführenden Schule sicher alleine zurückzulegen.

Ralph Heuts, Leiter der Verkehrsinspektion, kann keine Häufung an Gefahrenstellen oder -situationen in Düsseldorf feststellen. Die Unfallzahlen mit Kindern gingen zurück: „Im diesem Jahr haben wir 150 verunglückte Kinder gezählt, darunter sind aber auch leichte Verletzungen und Unfälle, bei denen Kinder auf dem Rücksitz saßen.“

Wieso haben Kinder im Straßenverkehr Schwierigkeiten? Kinder sind klein, ihnen fehlt Erfahrung. Außerdem sind ihre motorischen Fähigkeiten oft noch nicht ausgeprägt. „Der Schulterblick beim Radfahren stellt eine riesige Herausforderung für Kinder da“, sagt Hegemann. Die Verkehrswacht und die Polizei fangen deshalb schon im Kindergarten an, die motorischen Fähigkeiten der Kinder zu fördern.

Erhöhte Ablenkungsgefahr bestehe durch technische Geräte wie Handys. Jochen Schütt, Leiter der Unfallprävention, erklärt: „Es gibt mehr Ablenkung durch das Smartphone. Wer unterwegs Musik hört, konzentriert sich nicht mehr voll auf den Verkehr.“

Michael Richarz, Vorstand Technik und Betrieb der Rheinbahn, sagt, dass die Fahrer der Busse und Bahnen geschult werden, Situationen auf Anhieb einzuschätzen und Verhalten vorauszusagen. Das reiche leider nicht immer. „Die Anzahl an Unfällen ist gering, aber die Unfälle sind meistens schwer.“

Was können Eltern tun? Abgesehen davon, dass sie die Kinder nicht überall hinfahren sollen, gilt für Eltern vor allem, ein gutes Vorbild zu sein. „Kinder lernen es nicht mehr anders, schon die Mütter schieben häufig die Kinderwagen mit dem Handy in der Hand durch die Straßen“, sagt Jochen Schütt.

Die Verkehrswacht übt mit den Kindern vorsichtiges und selbstständiges Verhalten auf den Straßen. Katrin Hegemann rät den Eltern: „Lasst die Kinder auf die Straßen.“

Wie effektiv sind die Verkehrssicherheitstage? Durch die Vielzahl verschiedener Verkehrs- und Radschulen können die Polizei und Verkehrswacht Erfolge verbuchen. „Die vielen Übungen lassen uns rückläufige Zahlen bei Verkehrsunfällen mit Kindern feststellen“, sagt Katrin Hegemann.

Caroline Gehrhardt, Lehrerin an der Gutenbergschule, sagt, die Übungen der Verkehrssicherheitstage blieben den Schülern im Gedächtnis. „Es ist schon etwas anderes für die Kinder, vom Bremstest zu hören oder ihn hier zu sehen.“

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