Steigende Preise: Düsseldorfer kaufen viel Gold

Steigende Preise : Düsseldorfer kaufen viel Gold

Seit Monaten steigen die Goldpreise stetig an. Bei den Juwelieren, Goldhändlern, An- und Verkäufern stehen die Telefone seit Wochen nicht mehr still. Viele Düsseldorfer mit mittlerem Einkommen investieren in Gold als Sicherheit – oder aber verkaufen, um die hohe Rendite zu erzielen.

Seit Monaten steigen die Goldpreise stetig an. Bei den Juwelieren, Goldhändlern, An- und Verkäufern stehen die Telefone seit Wochen nicht mehr still. Viele Düsseldorfer mit mittlerem Einkommen investieren in Gold als Sicherheit — oder aber verkaufen, um die hohe Rendite zu erzielen.

Wahnsinn — das ist das Wort, das Christian Haeger für den Ansturm auf sein Geschäft findet. "Der Goldpreis hat einen Rekordwert erreicht", sagt der Jungunternehmer, der vor zwei Jahren seinen Goldankauf am Schwanenmarkt eröffnete. Mittlerweile besitzt der 29-Jährige vier Filialen, neben Düsseldorf an den Standorten Köln, Solingen und Mönchengladbach. Eine weitere soll nächste Woche in Dortmund öffnen. Haeger ist überzeugt, dass der Grammpreis bis Ende des Jahres noch auf 40 Euro steigen wird. Zurzeit liegt der Preis für ein Gramm Gold bei mehr als 38 Euro. Eine Konstante ist kaum festzustellen, der Preis steigt fast täglich. Zum Vergleich: Als Haeger sein Geschäft 2009 gründete, war ein Preis von 18 Euro pro Gramm zu verzeichnen.

Der Goldpreis stieg gestern an den internationalen Märkten erstmals auf mehr als 1700 Dollar pro Feinunze. Das merkte auch Haeger. Das Telefon steht bei ihm seit Monaten nicht mehr still. "Ich bekomme täglich Anrufe von 8 bis 21 Uhr", sagt Haeger. Gerade Barren und Münzen gehen bei ihm zurzeit gut. Ein Krügerrand, also eine Münze mit einem Gewicht von 33,9 Gramm, geht bei ihm derzeit für 1200 Euro über den Ladentisch. Das ist deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Allein seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um 20 Prozent gestiegen.

Hohe Goldpreise: viele kaufen

In einer ersten Reaktion auf den aktuellen Höhenflug erhöhte die US-Großbank Goldman Sachs ihre Prognose für den Goldpreis. In den kommenden zwölf Monaten erwarten die Experten laut einer gestern veröffentlichten Studie einen Anstieg auf 1860 Dollar die Feinunze.

Es wollen aber auch ebenso viele Menschen ihre Goldbestände loswerden. "Die Kunden, die uns Gold verkaufen, haben es häufig aus einer Erbschaft oder es lag einfach lange unbeachtet im Schrank zu Hause", so Haeger. Manche Kunden bräuchten auch dringend Geld und sähen im Schmuckverkauf eine gute Möglichkeit, an Bargeld zu gelangen.

Wer in den letzten Monaten vermehrt über den Goldkauf nachdenkt, ist nicht notwendigerweise reich. "Es kaufen und verkaufen gerade auch solche Menschen, die sich vorher nie mit Goldpreisen beschäftigt haben", berichtet Markus Weller. Er betreibt bereits seit 30 Jahren einen Gold-, Antiquitäten- und Nachlassankauf an der Hohe Straße. Bereits seit zwei Jahren stellt er fest, dass vermehrt verkauft wird. "Viele trauen dem Papiergeld nicht", ist seine Vermutung. Dabei eigne sich Gold nicht als renditeträchtige Anlage, jedoch dazu, die Ersparnisse zu sichern. Es biete ein geringes Risiko.

Dass Kunden den Familienschmuck verkaufen, um von dem Geld eine Wohnungsanzahlung zu finanzieren, das ist bei Weller kein Einzelfall. "Der Trend geht dahin, von den Erlösen Eigentum zu erwerben", meint der Händler. "Die größte Gruppe bilden dabei Menschen mit mittlerem Einkommen". Damen zwischen 50 und 70 seien häufig beim Verkauf von Schmuck anzutreffen. Sie bekommen für Familienschmuck und andere Goldschätze derzeit einen so guten Kurs gezahlt, dass sich viele von den Erlösen einen langgehegten Traum erfüllen. Zum Beispiel eine Kreuzfahrt oder ein neues Auto.

Auch Jerzy Jan Skowronski stellt in seinem Geschäft an der Bismarckstraße eine steigende Nachfrage fest. Zurzeit verkaufen besonders viele Menschen Schmuck. Anders sei es bei Goldbarren und Münzen. "Die halten die Leute eher als Sicherheit fest", ist Skowronskis Erfahrung.

Auch Silber wird teurer

Doch nicht nur bei dem Edelmetall Gold steigen die Preise in astronomische Höhen. Mit den Silberpreisen verhält es sich ähnlich. Der Grammpreis betrug vor einem Jahr rund 40 Cent, mittlerweile ist er auf fast 90 Cent hochgeschnellt.

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