Düsseldorfer Kandidaten-Check So will Andreas Rimkus wieder in den Bundestag einziehen

Düsseldorf · Der frühere Düsseldorfer SPD-Chef Andreas Rimkus befasst sich in Berlin mit E-Mobilität. Er fordert einen Mietenstopp für Großstädte. Mit dem Wiedereinzug in den Bundestag wird es eng. Der Kandidaten-Check.

 Elektrotaxis, wie hier bei Taxi Norman in Düsseldorf, sieht Andreas Rimkus als wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Elektrotaxis, wie hier bei Taxi Norman in Düsseldorf, sieht Andreas Rimkus als wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Bei der Bundestagswahl am 26. September wird in den beiden Düsseldorfer Wahlkreisen jeweils ein Direktmandat vergeben. Um bei der Wahlentscheidung zu helfen, stellen wir die Bewerber der sechs im Bundestag vertretenen Parteien in einem Kandidaten-Check vor – und beginnen im südlichen Wahlkreis 107.

Wer ist der Kandidat? Andreas Rimkus, 58 Jahre, sitzt seit acht Jahren für die SPD im Bundestag. Der Elektriker ist der einzige Handwerksmeister in seiner Fraktion. Rimkus hatte vor dem Gang nach Berlin sein gesamtes Berufsleben bei den Düsseldorfer Stadtwerken verbracht und war dort vor der Wahl ins Berliner Parlament für elf Jahre Betriebsrat. Er ist in Oberbilk aufgewachsen, lebt in Bilk, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Was sind die wichtigsten politischen Stationen? In Düsseldorf hat sich Rimkus vor allem als langjähriger Vorsitzender des SPD-Kreisverbands einen Namen gemacht. 2011 übernahm er, damals Ratsherr, die Führung des zerstrittenen Verbands und gilt als einer der wichtigsten Architekten des Machtwechsels 2014, bei dem Thomas Geisel (SPD) die Oberbürgermeister-Wahl gewann und die SPD ein Bündnis mit Grünen und FDP einging. Nach der Kommunalwahl im vergangenen Jahr verkündete Rimkus seinen Abschied von der Parteispitze, inzwischen wurde eine neue Doppelspitze gewählt.

Den Weg in die Politik hatte Rimkus nach eigenem Bekunden durch zwei Engagements gefunden: Der Katholik war in der Jugendarbeit bei den Pfadfindern aktiv. Dazu kam der Betriebsrat, zu dem Rimkus aus Wut über die damals geplante Abschaffung eines Kinderbonus’ fand (Rimkus: „Ich mag keine Ungerechtigkeit“).

Zu seinen politischen Vorbildern zählt er neben Willy Brandt auch Martin Schulz, zu dem er viele Parallelen sieht: auch Schulz habe nicht studiert und sei zudem ein tief verwurzelter Mensch, sagt Rimkus.

Wofür steht der Kandidat politisch? Im Bundestag ist Rimkus Mitglied im Wirtschafts- und Energieausschuss und befasst sich thematisch vor allem mit dem Ausstieg aus fossilen Energien. Er setzt große Hoffnungen in Wasserstoff-Antriebe und sieht sich als einen Vorreiter in der politischen Förderung dieser Technologie.

Auch das Klimaschutzgesetz sieht Rimkus als ein wichtiges Projekt, zu dem er beigetragen hat. Es sei bei dem Umstieg auf regenerative Energien wichtig, die soziale Gerechtigkeit im Auge zu behalten und Geringverdiener nicht zu stark zu belasten, fordert Rimkus. Er hält sich daneben zugute, maßgebliche Kraft dabei gewesen zu sein, die Millionenförderung für die Sanierung von Schloss Benrath nach Düsseldorf zu holen.

Was will der Kandidat für Düsseldorf erreichen? Rimkus fordert ein stärkeres Eingreifen gegen explodierende Wohnkosten. Er unterstützt die Idee eines Mietenstopps in überhitzten Märkten wie Düsseldorf. Das bedeutet, dass die Mieten für einige Jahre eingefroren werden. Das soll Zeit gewinnen, um für mehr Wohnraum zu sorgen.

Rimkus fordert auch, dass Kommunen stärker dabei unterstützt werden, Bauland zu entwickeln, um Spekulation zu verhindern. Auch das Thema nachhaltige Mobilität komme Düsseldorf zugute, meint er.

Wie sind seine Aussichten? Der Wiedereinzug in den Bundestag wird für Rimkus schwer. Die SPD hat das Direktmandat im Süden zuletzt 2005 gewonnen – und ist derzeit bundesweit von damaliger Stärke weit entfernt. Bei der letzten Wahl 2017 hatte Rimkus nach langem Zittern als letzter Abgeordneter überhaupt den Einzug in den Bundestag geschafft. Damals stand er auf Platz 17 der NRW-Landesliste der SPD. Nun steht er auf Platz 19.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort