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Düsseldorf: Düsseldorfer Härte: Blind Guardian

Düsseldorf : Düsseldorfer Härte: Blind Guardian

Die Metal-Band tritt übermorgen in der Mitsubishi Electric Halle auf.

Wenn sich André Olbrich an die Anfänge von Blind Guardian in den 80er Jahren erinnert, merkt man: Diese Zeit liegt für einen Musiker der ansonsten sehr traditionsbewussten Heavy-Metal-Szene sehr weit zurück. "Wenn man damals nicht die Haare flattern ließ, war man kein Metaller." Nächste Woche feiert Olbrich seinen 48. Geburtstag, übermorgen tritt er in seiner Geburtsstadt Düsseldorf auf. Lange Haare haben er und Rhythmusgitarrist Marcus Siepen noch immer, auf der Bühne werden aber keine wilden Speed-Metaller mehr herumspringen.

"Es geht mir mittlerweile viel mehr um die musikalische Qualität der Show", sagt Olbrich. Das Headbanging der frühen Jahre habe er zugunsten einer akkurateren Spielweise aufgegeben. Den Grund dafür sieht er weniger in "Altersmilde" als in der musikalischen Reife der Band: "Man setzt die Energie anders ein." Wenn Olbrich heute auf der Bühne steht, gilt seine Aufmerksamkeit der Musik, dem Ton.

Unter Kennern gilt Blind Guardian als eine der progressiven Bands des Genres. Die Alben wurden immer orchesterlastiger, die Lieder länger und bald - so sagen Kritiker - überladen. "Für viele Hörer mag der Einstieg in unsere Musik schwierig sein", sagt Olbrich. Dennoch glaubt er, dass Blind Guardian es schaffen, ihre mal epische, balladeske, dann wieder von schnellen Gitarrenstimmen getragene Musik zugänglich zu halten. "Wir wollen keine leichte Kost. Klassische Musik ist auch komplex, man muss sich reinhören." Olbrich setzt sich dafür ein, anspruchsvolle Musik zu produzieren, die "über die Jahre hinweg Bestand hat".

Dass derartige Werke nicht bei Jam Sessions im Proberaum entstehen können, macht Olbrich deutlich. "Ich brauche Ruhe und Zurückgezogenheit. Wenn mir ein Riff einfällt, das mir bekannt vorkommt, verwerfe ich es." Es werde immer schwieriger zu überraschen. Für Fans sei aber auch nicht immer neues Material nötig: Konzerte enthalten neben Songs des aktuellen "Beyond The Red Mirror"-Albums Klassiker, die die Band selten live spielte. "Bei ,The Bard's Song' singen die Fans euphorisch mit. Diese Energie nimmt man mit nach Hause, das gibt die Kraft, wieder ein Jahr zu Hause zu bleiben und Stücke zu schreiben."

Blind Guardian treten am Samstag, 20 Uhr, in der Mitsubishi Electric Halle auf.

(RP)