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Düsseldorfer Graf-Recke-Stiftung setzt auf regelmäßige Tests in Altenheimen

Corona-Folgen in Düsseldorf : Graf-Recke-Stiftung setzt auf Reihentests in Heimen

Die Zahl der Coronatests bewegt sich auf konstantem Niveau. Politisch gewollt ist aber ein Anstieg. Der bleibt auch deshalb aus, weil viele Altenheime noch keine vorsorglichen Reihentests umsetzen. Anders ist das bei der Graf-Recke-Stiftung vor. Sie testet offensiv.

Die Stadt bleibt bei ihrer Strategie, jenseits besonderer Studien sowie der vorsorglichen Untersuchungen in Pflege- und Asyleinrichtungen nur Menschen zu testen, die in Düsseldorf leben oder arbeiten und unter mindestens einem Krankheitssymptom wie trockenem Husten, Halschmerzen, Atemnot oder Fieber leiden. „Das Robert-Koch-Institut rät davon ab, bei jedermann eine Labordiagnostik ohne Symptome vorzunehmen, weil sie nichts darüber aussagen würde, ob der Betreffende nicht wenige Tage später doch erkrankt“, sagt Klaus Göbels, Leiter des Gesundheitsamtes. Tatsächlich ist die Zahl der von der Stadt vorgenommenen Tests im Vergleich zum Mai nicht wesentlich gestiegen. Damals hatte es im Schnitt 180 Tests pro Tag gegeben. Diese Größenordnung gilt nach Angaben der Stadt auch für die Tage zwischen dem 25. Mai und dem 12. Juni. Politisch waren die Tests zuletzt Thema geworden, denn die denkbaren Kapazitäten von bis zu 800 Untersuchungen pro Tag werden bei weitem nicht ausgeschöpft.

Die vorhandenen Angebote in der Mitsubishi Electric Halle (Diagnosezentrum und Drive-In) will die Stadt aber weiter aufrechterhalten. Das gleiche gilt für die mobilen Abstrich-Teams, die unter anderem in Asyl­unterkünften, Altenheimen sowie bei immobilen Menschen zum Einsatz kommen. Allerdings würden bei Bedarf die Kapazitäten und das jeweils eingeplante Personal „lageabhängig angepasst“.

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Tatsächlich könnte die Durchschnittszahl der Corona-Tests längst gestiegen sein, wenn die Betreiber von Altenheimen anlasslose Reihentestungen offensiver umsetzen würden. Seit Wochen wird das Thema besprochen und viele Träger sagen, dass sie dem „grundsätzlich positiv“ gegenüberstehen. Doch bislang wurden nicht mal 20 Prozent der Mitarbeiter und Bewohner in den Düsseldorfer Einrichtungen getestet. Göbels ist das zu wenig, er hat den Betreibern daher eine Frist bis zum 15. Juli gesetzt. Bis dahin sollen sie ihm konkrete Termine für einzelne Standorte nennen. Erzwingen kann der Krisenmanager das allerdings nicht. Offenbar setzt er auf wachsenden öffentlichen und politischen Druck, zumal auch Bewohner und Angehörige irritiert auf die im Vergleich zu anderen Städten eher schleppende Umsetzung reagieren.

Zu den Trägern, die eine andere Strategie wählen, zählt die Graf-Recke-Stiftung, die inzwischen auch mit privaten Laboren zusammenarbeitet. „Der erste Schritt ist immer der schwerste, weil man da unter Umständen auf Zahlen kommt, die erschrecken können“, sagt Pandemie-Koordinator Marek Leczyck. 13 der 250 Bewohner und Mitarbeiter der Alteneinrichtungen der Stiftung in Unterrath waren Ende Mai positiv getestet worden. Die Stiftung hat die komplette Testreihe bereits wiederholt und dabei eine weitere an Covid-19 erkrankte Mitarbeiterin identifiziert: „Das zeigt, dass beim Thema Corona immer noch Vorsicht geboten ist.“ Leczyck kündigt weitere anlasslose Screenings auch in anderen Einrichtungen der Stiftung an.