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Düsseldorfer Galerie zeigt Fotografien von Musiker-Stars

Foto-Ausstellung in Düsseldorf : Hommage an Musiker wie Lindenberg

Die Ausstellung „Musicians“ zeigt noch bis zum 23. April Musikerportraits aus Pop, Punk und Klassik. Unter den Fotografen ist der Düsseldorfer Alexander Basta, der bei seiner Arbeit unter einem schwarzen Tuch verschwindet.

Man sieht kein Gesicht. Nur den Borsalino und das Nadelstreifenjackett. Und doch: Es ist unverkennbar Udo Lindenberg. „Mit den Insignien seines Künstlertums“, bestätigt Alexander Basta. Er hat den Musiker in surreal anmutender Weise fotografiert, die an den belgischen Maler René Magritte erinnert. Das Bildnis schmückt den Flyer der Ausstellung „Musicians“ in Volker Marschalls Galerie „noir blanche“. Zu sehen sind im Haus Rather Straße 34 bis zum 23. April Musikerportraits aus Pop, Punk und Klassik.

Unter den acht Fotografen ist der Düsseldorfer Alexander Basta, von ihm stammen auch die fest installierten Künstlerportraits in der Rotunde der Tonhalle. Wie erwischte er Udo Lindenberg? „Das war 2000 bei der Musik Triennale in der Kölner Philharmonie. Wir hatten uns fest verabredet, aber er war etwas unwirsch und wollte zum Soundcheck“, erzählt der Fotograf. „Ich habe ihn dann einfach geschnappt, geschoben und gedreht und nicht lange geredet. Es musste ja schnell gehen.“

Operndiva Jessye Norman und Bastas Jugendheld David Byrne, Mitbegründer der Talking Heads, halten auf ihren Portraits die Augen geschlossen. Beide wirken in sich ruhend, fast entrückt. Das verwundert, wenn man weiß, dass der Fotograf bei seiner Arbeit unter einem schwarzen Tuch verschwindet und nicht erkennen lässt, wann er auf den Auslöser drückt. Es bleibt sein Geheimnis, wie er die Prominenten trotzdem in einen derart entspannten Zustand versetzen kann. Zumal sich die Bedingungen beim Fotografieren in den Musikhallen oft ungünstig gestalten. „Besonders heikel sind die Momente nach einem Klavierkonzert.“ Die Pianisten seien ausgelaugt „wie nach einem Marathonlauf“. Selbst den Geiger David Garrett, vor seinen Auftritten quirlig wie ein Kind, erlebte er nach einem Konzert in der Tonhalle im Zustand der Erschöpfung, „so extrem, dass er beim Fotografieren fast vom Stuhl gefallen ist.“

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Außergewöhnlich ist auch Bastas wichtigstes Werkzeug: Auf seinem Stativ steht eine klassische Großformatkamera, die dem Grundprinzip einer Camera obscura entspricht. „Durch diese Verlangsamung und Selbstbehinderung schaffe ich es, dass Menschen sich für Minuten ganz und gar hergeben.“ Beim Pianisten und Dirigenten Daniel Barenboim genügten ihm drei Schüsse, bei Schauspielerin Isabella Rossellini ein Dutzend.

Was treibt ihn hin zu diesen Berühmtheiten? „Es sind besondere Menschen, die etwas sehr viel besser können als andere“, antwortet er. „Das zieht mich an. Der Kick, ihnen ganz nahe zu kommen, ein Hauch von Stardust, spielt auch mit.“ Als Fotograf wolle er herauskitzeln, was unter der Tektonik von Haut und Knochen in einer Gesichtslandschaft sichtbar werden kann. „Schon als Kind auf dem Land bei Gummersbach habe ich mich ans scheue Rehwild herangepirscht“, sagt Alexander Basta. „Und diese Pirsch mache ich noch heute.“

Sein Udo-Lindenberg-Portrait war der Auslöser für die Gruppenausstellung in der Galerie „noir blanche“. Monika Baumgartl aus Meerbusch zeigt Fotografien von Yoko Ono und dem Mangelsdorff Quintett, der Niederländer Joop Greypink von kubanischen Buena Vista Social Club-Musikern. Hans Lux portraitierte Louis Armstrong und das Modern Jazz Quartet, Hannes Schmid Kraftwerk und die Abba-Frauen, Evelyn Richter Mstislaw Rostropowitsch und Michail Petuchow. Beeindruckend erfasste der Berliner Markus C. Hurek den Sänger Max Raabe, den Pianisten Igor Levit und den Dirigenten Enoch zu Guttenberg – drei Tage vor seinem plötzlichen Tod.

Mit Walter Schels‘ Fotografien von Leonard Bernstein, Lord Yehudi Menuhin und auch den Toten Hosen (1993) schließt sich dann der Kreis. Der 86-jährige ist ein Vorbild für Alexander Basta, der als Dozent an der Hochschule Düsseldorf seinen Studierenden eines unbedingt mitgeben wollte: „Bleibt dran und knickt nicht ein beim ersten Nein. Hätte ich das gemacht, hätte ich niemals 250 berühmte Dirigenten und Musiker fotografieren können.“